Vergangene Woche hatte sich ein Mann, der sich als Oberstaatsanwalt ausgab, per Telefon bei dem Betrugsopfer gemeldet. Er forderte sie auf, Rückstände, die aus einer Wettspielteilnahme herrühren sollten, zu begleichen. Sie solle aber mit niemanden darüber reden. Sollte jemand bei der Bank misstrauisch nachfragen, so solle sie als Grund der Überweisung lediglich "privat" angeben. Da eine vermeintliche Wettspielteilnahme im Juli 2014 tatsächlich stattgefunden hatte, hielt die Frau das für möglich. So überwies sie noch am selben Tag mehrere tausend Euro auf eine Kontonummer, die man ihr mitgeteilt hatte.

Die Empfängerin war eine Frau aus Niedersachen, die die Betrüger für ihre Zwecke einspannen wollten. Sie sollte, wie sich später herausstellte, das Geld bar abheben und nach Braunschweig an eine vorgegebene Adresse per Post weiter leiten. Für ihren Aufwand hätte sie einen kleinen Betrag für sich behalten können. Das Problem war, dass ihre Bank nur einen Teilbetrag des überwiesenen Geldes freigegeben hatte, der Rest war in einer Kontopfändung hängen geblieben.

Da die Niedersächsin das gesamte Geld eingefordert hatte, wurde ihr geraten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Das war letztlich das Glück für die Frau aus den Haßbergen, die wohl ihr Geld wieder zurückbekommen wird. Ohne das Pfändungshindernis wäre das Geld nach Braunschweig gegangen. Der dortige Empfänger war lediglich mit falschem Namen auf einem Klingelschild eines nicht bewohnten Hauses registriert. Die Frau aus Niedersachsen muss sich nun mit dem Vorwurf des Verdachts der Geldwäsche auseinandersetzen.

Der Polizei rät, derartige Telefonate argwöhnisch zu betrachten und nicht geheim zu halten, sondern mit Vertrauenspersonen darüber zu reden. Bankmitarbeitern ist dabei mehr Vertrauen zu schenken als einem unbekannten Anrufer.