Wie viele Sitzungen sie in ihren 28 Jahren im Pfarrgemeinderat der katholischen Pfarrei St. Laurentius in Ebern mitgemacht hat, kann Barbara Dressel gar nicht sagen. Viele waren es, soviel ist sicher.

Denn die Arbeit im Pfarrgemeinderat passiert nicht einfach so - auch wenn kaum jemand, der nicht beteiligt ist, je etwas davon sieht. Pater Rudolf Theiler würdigte diese Arbeit nun gemeinsam mit der neuen Vorsitzenden des Gremiums, Sieglinde Krebs und Bischof Friedhelm Hofmann, in einem Gottesdienst.

Mit Barbara Dressel verabschiedete der Pfarrer sechs weitere Mitglieder des alten Pfarrgemeinderates. Doch keiner hatte es so lange im Gremium ausgehalten, wie Barbara Dressel.

Pfarrer sind auch nur Menschen

In dieser Zeit hatte sie auch vier Pfarrer erlebt. Dabei erinnert sie sich gerne, an deren unterschiedliche Charaktere.
"Einer der vier, ich will keine Namen nennen, war sehr leutselig - da wurde auch mal gescherzt".

Der nächste dagegen, erinnert sich Dressel, war sehr konservativ und manchmal streng. "Ich erinnere mich, dass er immer gesagt hat, er sei der Pfarrer und hätte das letzte Wort", schmunzelt Dressel. Außerdem war da noch ein sehr gutmütiger Pfarrer. "Zu ihm habe ich einmal gesagt, wenn er in einer Sitzung angegriffen wurde: ‚Hauen Sie doch einmal auf den Tisch, noch sind Sie der Pfarrer.‘"

Sie habe die Arbeit im Pfarrgemeinderat sehr gemocht: "Das Team hat gepasst, vor allem in den letzten Jahren." So haben Arbeiten wie die Vorbereitung und Durchführung des Pfarrfestes viel Spaß gemacht. Dennoch war Barbara Dressel der Meinung, jetzt müsse für sie Schluss sein. "Ich wollte Platz machen für junge Leute."

Einer neuen Generation weichen

Die Kirche müsse sich schon an der Basis auf die modernen Gegebenheiten einstellen und wieder weltoffener werden. "Und das geht am besten, wenn junge Leute mitarbeiten." So die engagierte Ex-Pfarrgemeinderätin.
"Das gefällt mir auch an unserem jetzigen Pfarrer so gut", gesteht sie, "dass er den Mut aufbringt und sich in seiner Predigt manchmal gegenüber der Institution katholische Kirche kritisch äußert." Außerdem findet Dressel: "Diese Kirche muss weltoffener werden und sich nicht rückwärts entwickeln." Dafür wünscht sie dem neuen Pfarrgemeinderat viel Durchhaltevermögen.

Pater Rudolf Theiler verabschiedete in diesem Gottesdienst nicht nur den alten Pfarrgemeinderat. Er bedankte sich auch bei zwei der vier Himmelträger für ihre langjährigen Dienste: Manfred Fausten trägt bereits seit 30 Jahren bei Prozessionen den Himmel, sein Kollege Emil Kraus bereits seit 25 Jahren. Auch sie erhielten eine Urkunde des Bischofs als kleines Dankeschön.

Außerdem erhielt Martin Hümmer für 16 Jahre Arbeit im Pfarrgemeinderat eine Urkunde des Bistums. Auch Albert Kuhn, der einige Zeit als Kirchenpfleger die Gemeinde unterstütz hatte, fand sich unter denjenigen, die der Pfarrer würdigte. "Jeder von euch hat auf seine Art das Leben in der Gemeinde mitgestaltet und sein Scherflein beigetragen", bedankte sich Rudolf Theiler.