Schön wär's gewesen: Einfach einen voll ausgerüsteten Hänger auf den Zeiler Marktplatz schieben, und schon kann's losgehen. Stattdessen heißt es für Norbert Strätz und Dietmar Herrnleben: Puzzlespielen. Die beiden Vorsitzenden der Stadtkapelle Zeil und ihre Vereinskollegen müssen ihren Verkaufsstand aus etlichen Einzelteilen zusammenbasteln.

Der Boden muss verlegt, das Dach installiert werden. Schon am Donnerstag haben sie das Material zum Markt geschafft, am Freitag standen sie um 8 Uhr morgens bereit, damit am Samstagnachmittag, wenn das 29. Zeiler Weinfest um 15 Uhr eröffnet wird, der Laden läuft. Und damit geht's dann erst richtig los: "Wir haben für jeden Festtag eine Mannschaft eingeteilt", sagt Strätz. 28 Helfer werden bis Montag damit beschäftigt sein, Brote zu schmieren, Laugen stangen und Brötchen zu belegen.
Pro Tag gehen etwa 1500 solcher Snacks über die Theke, schätzt Strätz.

In der prallen Sonne

Genau wie die vielen anderen Helfer der Zeiler Vereine, die ihre Buden aufbauten, gerieten am Freitag die Mannen der Stadtkapelle richtig ins Schwitzen. Bei etwa 38 Grad in der prallen Sonne machten sich Männer und Frauen aus etwa 25 Vereinen ans Werk, die gesamte Altstadt auf das Weinfest vorzubereiten.

Für Thomas Fensel, der von der Stadtverwaltung als Geschäftsführer des Weinfestkomitees eingesetzt worden ist, bedeutet das Stress: Eigentlich müsste er ständig immer überall sein, denn bei ihm laufen die Fäden zusammen. "Es gibt einen ganz straffen Ablauf", sagt er.

Der Grund dafür: In den engen Gassen der Altstadt darf beim Aufbau nichts dem Zufall überlassen werden, sonst gerät alles ins Stocken. Große Kühlwagen und Anhänger müssen an ihren Platz und dafür gibt es einen detaillierten Plan. Würde die Reihenfolge nicht eingehalten, versperrten sich alle folgenden Wagen, Buden, Anhänger und Verkaufsstände den Weg, erklärt Fensel.

Gabelstapler hilft

Mit dem Gabelstapler ist derweilen Alexander Seufert unterwegs. Zusammen mit Christian Schenk lädt er einen mit Bierkrügen und Kühlschränken beladenen Lastwagen ab. Seufert macht das zwar im Auftrag der Brauerei Göller, aber seine Hilfe bietet er auch den Vereinen an. "Ich bin dann Mädchen für alles. Wenn jemand fragt, ob ich helfen kann, mach' ich das auch", schildert Seufert.

So habe er zum Beipiel "dem Brodwöschd-Edgar sein Brodwöschdstand" runtergehoben. Der hat als Gegenleistung den Helfer gleich zum Essen an seiner Bude eingeladen. Während Seufert zum Weinfest frei hat (aber sich trotzdem bereit hält, falls Not am Mann ist), sind Christian Schenk und sein Vater Udo am Wochenende dafür mitverantwortlich, dass die Technik an den Ausschankstellen funktioniert. Kaum auszudenken, was los wäre, wenn es plötzlich nur noch warme Getränke gäbe.