Unter dem Namen "Gesundheitspark Zeil" wird seit rund zwei Jahren ein Projekt für "Wohnen und Leben im Alter" in Zeil diskutiert. Es soll von einer Betreibergesellschaft und einem Investor verwirklicht werden. Geplant ist der Gesundheitspark auf dem Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Burger. Der Landkreis Haßberge hat sich nun dazu entschlossen, sich an einer Gesellschaft zu beteiligen, der "Gesundheitspark Zeil am Main gemeinnützige GmbH".

Die Gesellschaft verfolgt, wie dem Ferienausschuss des Kreistages Haßberge in der Sitzung am Dienstag in Haßfurt dargelegt wurde, ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke mit der Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, der Förderung der Altenhilfe und der selbstlosen Unterstützung von hilfsbedürftigen Personen, die auf Hilfe und Pflege angewiesen sind. Sie hat einen Aufsichtsrat, der aus drei Landkreis-Aufsichtsratsmitgliedern für den Kreis Haßberge und drei Aufsichtsratsmitgliedern der Sozialstiftung Bamberg besteht. Die Sozialstiftung Bamberg ist die Organisation, die hinter dem Klinikum Bamberg steht. Der Kreisausschuss des Kreistages Haßberge hatte sich schon 2019 und 2020 mit der Angelegenheit befasst, weil damit auch ärztliche Fragen und Auswirkungen auf die stationäre Versorgung von Patienten verbunden sind.

Die baulichen Voraussetzungen soll ein Investor schaffen, während die ambulante therapeutische Versorgung und Altenhilfe im Rahmen einer Quartiersversorgung von einer Betreibergesellschaft geleistet wird. Diese Betreibergesellschaft soll von einer Tochtergesellschaft der Sozialstiftung Bamberg / Altenhilfe und dem Landkreis Haßberge gegründet werden.

Was ist vorgesehen? Das Areal soll etwa 11 000 Quadratmeter (das sind etwa eineinhalb Fußballplätze) umfassen, und nach einem ersten Konzept könnte hier Wohnraum für etwa 400 Menschen geschaffen werden mit zahlreichen Angeboten an Dienstleistungen. Hintergrund ist ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept mit dem Schwerpunkt des "selbstbestimmten Wohnens".

Wunsch vieler älterer Menschen ist es, gut versorgt in den eigenen vier Wänden zu leben mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung im Alter und einem hohen Maß an Sicherheit und Komfort. Die meisten älteren Menschen im Landkreis leben im Wohneigentum, das aber meist nicht altersgerecht ist. Ein Ziel des Gesundheitsparks lautet daher, neue innovative Modelle zu entwickeln und zu etablieren.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Versorgung älterer Menschen mit Selbsthilfe, Beratung, Pflegestützpunkt, Vermittlung ambulanter Hilfen und ärztlicher und medizinischer Versorgung in diesem Quartier. Es geht auch um gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitangebote für ältere Menschen . Konkret ist altengerechter Wohnraum mit barrierefreien Mietwohnungen und Einfamilienhäusern geplant.

Dazu gehören: Service- und Quartiersbüro, Begegnungshaus mit gastronomischem Angebot, ebenerdige Einfamilienhäuser, ambulanter Pflegedienst, Servicewohnen, ambulant betreute Wohngemeinschaften, Tagespflege, vollstationäre Pflege, Sozialräume für Mitarbeiter, Praxen und rehabilitative Therapie. Die Wohnungen sollen technisch so ausgestattet werden, dass eine innovative Unterstützung in Pflege und Betreuung möglich ist (Wlan, automatisches Nachtlicht, Notrufarmband, Herdsicherheit, Rauchmelder oder Überlaufmeldung für Badezimmer und Küche).

Für die Beteiligung des Landkreises Haßberge an dem Vorhaben war unter anderem der Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen ausschlaggebend. Deswegen schwebt dem Landkreis vor, hier 26 Plätze für die Kurzzeitpflege zu schaffen.

Stefan Burger aus Zeil bestätigte, dass er mit dem Investor ein Planungskonzept erarbeitet habe, das auf diese Anforderungen angepasst werde. Wie Wilfried Neubauer vom Landratsamt Haßberge ausführte, ist für den Gesellschaftsvertrag mit der Sozialstiftung Bamberg / Altenhilfe Einvernehmen erzielt worden. Es sei vereinbart worden, dass die Sozialstiftung das Konzept für das Projekt in Zeil fertigstellt und dem Landkreis zur Freigabe vorlegt. Die Regierung von Unterfranken wurde über die beabsichtigte Beteiligung an einer GmbH informiert. Ein Lenkungsausschuss soll gegründet werden.

Landrat Wilhelm Schneider ( CSU ) sprach im Ferienausschuss des Kreistages von einem tollen Projekt, mit dem der Landkreis der Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird, Rechnung trage. Landkreis und Sozialstiftung seien die geeigneten Partner, um den Gesundheitspark mit Leben zu erfüllen.