Der "Deutsche Burgenwinkel" macht enorme Fortschritte. Zu dieser Bewertung kommen die Verantwortlichen um Maroldsweisachs Bürgermeister Wilhelm Schneider (CSU), der dem Zweckverband vorsitzt.
Bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Maroldsweisacher Rathaus berichteten er, Planer Thomas Adamer, Projektleiterin Inga Masemann und Burgenforscher Joachim Zeune über die Ergebnisse einer Sitzung am Mittwoch, bei der weitere Arbeiten für rund 150 000 Euro vergeben wurden.
Vorsitzender Schneider betonte, dass nun die Aufarbeitung der acht Außenstellen in Auftrag gegeben wurde. Die acht Außenstellen werden auf den Burgruinen Altenstein, Bramberg, Gutenfels (bei Untermerzbach), Lichtenstein, Königsberg, Raueneck, Rotenhan und im Landschaftsgarten an der Bettenburg eingerichtet. Man liege bei dem hochwertigen Projekt im Kostenrahmen.

Alltag im Mittelalter


Mit dem "Burgenwinkel"-System wolle man die Exponate geschichtlich aufarbeiten und den Besucher im Burgeninformationszentrum Altenstein für einen Tag erleben lassen, wie der Alltag sich im Mittelalter abspielte. "Der Besucher soll sich wohlfühlen und lachen können", meinte Planer Adamer.
Bereits am Eingang der Burg erwartet den Gast eine originalgetreue Nachbildung der einstigen Burganlage. Großer Mittelpunkt wird die fiktive Suche in einem archäologischen "Grabungsfeld" sein, wo der Besucher auf "Schatzsuche" gehen kann und auf Scherben und den Grundriss zur Burg stoßen wird. Bis zu 150 Besucher können sich hier stündlich betätigen.

Moderne Technik


Aus den gefundenen Tonscherben können dann wie beim Puzzle die Gegenstände der früheren Burg zusammengebaut werden. Damit will man die Ausgrabungen den Besuchern näher bringen und sie durch Fundbestimmung im "Labor" über die mittelalterliche Zeit aufklären. Die fiktive Figur des Hirtenbuben und Steinmetz "Jakob" wird den Besucher auf allen Stationen in die Zeit von heute bis zurück zum Jahr 1430 eintauchen lassen, meinte Joachim Zeune. Ein 3-D-Film über die Burg wird den Besucher in das Geschehen einschließen.
Vom Zentrum in Altenstein geht es hinaus zur Erkundung der Außenstationen, wo die Interessenten durch "Jakob" an die Hand genommen werden, der als Führer durch das Mittelalter begleitet. Vor Ort werden sich Stelen und Tischgruppen finden. Anhand von kleinen Täfelchen werden die Besucher durch die einzelnen Ruinen geführt, wo sie die wichtigsten Punkte kennen lernen. Für das kommende Jahr ist noch die pädagogische Aufbereitung für Schulen geplant. Die Einweihung des Burgenwinkels ist für Ende Juli vorgesehen.