Dort wird Markus Barths Zahnarzt mit folgenden Worten zitiert: "Ihr erstes Buch wurde schon nach acht Tagen aus meinem Wartezimmer geklaut. Bei Dieter Bohlen hat's zwei Wochen gedauert."

Tino Hartwig kennt Markus Barth, den Stand-up-Comedian, Kabarettisten, Schriftsteller und Autor für verschiedene Fernsehsendungen, schon seit der Kindheit: "Wir waren Nachbarn." Weil ihm das erste Buch "Der Genitiv ist dem Streber sein Sex" so gut gefiel, hatte er es im Wartezimmer seiner Praxis ausgelegt. "Zweimal wurde das Buch stibitzt", erklärte er, "erst, seitdem mir Markus Barth ein signiertes Buch zur Verfügung gestellt hat, hat sich niemand mehr getraut, es mitgehen zu lassen."

Tino Hartwig war aber auch von der Lesung aus dem neuesten, druckfrischen Werk von Markus Barth begeistert, zu der das Kulturamt Haßfurt in die Rathaushalle eingeladen hatte. Schon nach kürzester Zeit war die Lesung ausverkauft, hat Markus Barth doch nicht nur in Zeil, sondern auch in Haßfurt und dem Landkreis Haßberge viele Fans.

Lesenswert und hörenswert


Der Autor selbst, der in der Kreisstadt schon sein erstes Buch und sein Solo-Kabarettprogramm mit großem Erfolg vorgestellt hat, war von seinem dritten Auftritt begeistert. "Ich komme wahnsinnig gerne hierher", sagte er und freute sich über die große Resonanz, die wieder einmal Zeiler und Haßfurter vereinte.
Denn einig sind sich seine Fans, ob im Rheinland oder in den Haßbergen, dass Markus Barths "Erkenntnisse" einfach lesens- und hörenswert sind.

Während er in seinem ersten Buch "Der Genitiv ist dem Streber sein Sex" aus seinem "Leben 2.0" plauderte, ist sein zweites Werk "Mettwurst ist kein Smoothie" den Erkenntnissen aus seinem Großstadtleben gewidmet. "Mein Vater hat sich zwar über den Titel des neuen Buches aufgeregt", gab der Autor an, dessen Eltern die Lesung ebenfalls besuchten, "denn seiner Meinung nach hätte es heißen müssen: Mettwurst ist kee Äpflbrei." Doch gerade die englische Umschreibung eines Breis mit dem Wort "Smoothie" habe ihn ja zu dem Titel inspiriert.

Seit 15 Jahren lebt Markus Barth, der für zahlreiche Comedy-Sendungen im Fernsehen schreibt, in Köln und lernt immer noch dazu: dass Köln wahrscheinlich nur so viele Gebäude und so lange Straßen hat, weil sonst der Rosenmontagszug zu schnell vorbei wäre, dass man mit 3-D-Brillen schlechte Filme noch viel intensiver erleben kann und dass Obstmatsch jetzt "Smoothie" heißt - Mettwurst dagegen nicht.

Kommunikation in der Familie


Weil Markus Barth, das Multitalent des Humors, in seinem neuen Buch den banalen Dingen des Lebens eine kritisch-witzige Note gibt und oft aus seinem persönlichen Alltag erzählt, hatten die Zuhörer viel zu lachen. Seine Geschichten handeln von der untergeordneten Rolle, die die Kommunikation in seiner Familie spielt: "Unvergessen die Barth'sche Hochzeitsfeier von 1969, auf der die beiden Ja-Worte die einzigen des Tages blieben...", von der Doppeldeutigkeit des arabischen Wortes "Habibi", das sowohl als Begrüßungsformel verwendet wird als auch der Bezeichnung einer Speise dient und für große Verwirrung sorgen kann, oder davon, dass der Himmel in Quadrate aufgeteilt ist - wie Mannheim!

Immer wieder thematisiert Markus Barth, der vor drei Jahren eine Lebenspartnerschaft mit einem Mann eingegangen ist, auch mit viel Humor die Vorurteile gegenüber der Homosexualität. "Kürzlich hat der Papst festgestellt, dass die Homo-Ehe die Zukunft der Menschheit bedroht, aber ganz ehrlich, das wird mir allmählich zu viel", schreibt er. "Wann soll ich das denn noch machen? Ich bedrohe ja schon die traditionelle Ehe und muss schließlich auch noch die Jugend verderben und meine Sammel-Edition ‚Golden Girls‘ durchgucken."

Seine eigene Lieblingsgeschichte ist "Die bittere Wahrheit über Chicorée", wie er verriet. "Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass irgendjemand dieses arrogante Gemüse, dieses eingebildete Zäpfchen, diese bleiche Mätresse unter den Gemüsesorten isst", so Markus Barth. "Höchstens vielleicht Karl Lagerfeld."

"Hervorragend", beurteilte am Schluss Wolfgang Jaud aus Dittelbrunn, Vater des Schriftstellers, Drehbuchautors und freien Autors für verschiedene Fernsehproduktionen, Tommy Jaud, die fesselnde Lesung und das neue Buch von Markus Barth. "Er ist ein liebenswerter Mensch, er kann viel, ist erstaunlich wissensstark und intelligent und rhetorisch meinem Sohn überlegen", lobte er.


Wieder da im März 2013


Dem Publikum, das Markus Barth mit reichlich Applaus bedachte, teilte der Künstler mit, dass er kurz nach der Premiere seines neuen Solo-Kabarettprogramms im März 2013 nach Haßfurt kommen werde.