Am letztmöglichen Tag vor dem Beginn der neuen Wahlperiode traf sich der Gemeinderat von Pfarrweisach zu seiner letzten Sitzung in alter Besetzung. Dementsprechend stand die Verabschiedung von fünf Mitgliedern, allen voran Bürgermeister Hermann Martin (ULB) im Mittelpunkt.

Die anstehenden Beschlüsse fasste das Gremium in fast schon ungewohnter Schnelligkeit, Einigkeit und Ruhe. Die Änderungen im Flächennnutzungs- und Bebauungsplan "Rodachaue" der Stadt Seßlach waren rasch abgenickt und ebenso klaglos und einstimmig genehmigt wie die Erweiterung der Straßenbeleuchtung in der Altensteiner Straße in Junkersdorf. Bei der Straßenbeleuchtung ging es schließlich hauptsächlich um eine Zusatzvereinbarung mit dem Energieversorger Eon, wonach die LED-Leuchtmittel in den Straßenlampen künftig nach Bedarf und auf Kosten der Gemeinde gewechselt werden. Die Lebensdauer dieser Leuchtmittel fällt mit etwa zwölf Jahren deutlich höher aus, als bei herkömmlichen Glühlampen. Aber es gibt auch noch keine Erfahrungswerte, inwieweit diese Lebensdauer tatsächlich erreicht wird. Hierzu gab Bürgermeister Martin noch bekannt, dass die Halbnachtschaltung, die geplant war, "laut Eon innerhalb der nächsten Tage" kommt.


Für das Schwimmbad in Kraisdorf genehmigte der Gemeinderat den Bau einer Unterstellhalle samt Brandschutzmauer zwischen Gemeindezentrum und Schwimmbad und einem Notausgang. Den Plan dafür hatte die Bauverwaltung in der Verwaltungsgemeinschaft gezeichnet, so dass auf die Gemeinde mit ihrer ohnehin knappen Haushaltslage diesbezüglich keine Kosten zukommen, wie Hermann Martin erklärte.

130 Meter auf Gemeindekosten

Kosten, wenn auch verhältnismäßig geringe, kommen für eine Straßenbaumaßnahme auf die Gemeinde zu, wie der Bürgermeister seinen Kollegen mitteilte. Denn die Gemeinde Maroldsweisach versieht die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Marbach und der B303 im Juli mit einer neuen Teerdecke. Das knifflige dabei: Die ersten 130 Meter von der B303 gesehen in Richtung Marbach gehören der Gemeinde Pfarrweisach.
"Wir müssten die Straße in einem oder zwei Jahren wahrscheinlich sowieso machen. Jetzt haben wir den wenigsten Aufwand. Wir können uns da mit anhängen", argumentierte Martin. Dieser Ansicht stimmten die anderen Gemeinderäte zu. Denn obwohl es nur Information war, wollte Hermann Martin auch an seinem letzten Arbeitstag den Gemeinderat in die Entscheidung mit einbinden.

Abschied aus dem Gremium

Richtig wehmütig wurde dann die Stimmung bei der Verabschiedung der scheidenden Gemeinderäte.

Herbert Leidner, (ULB), der erst im Mai letzten Jahres als Nachrücker zum Gremium gestoßen war, war derjenige mit der kürzesten Amtszeit. Dennoch hatte er sich in diesem knappen Jahr gut ins Gremium eingefügt, wie Hermann Martin feststellte.

Olaf Betz
(FWG), ein starker Befürworter und Mitbegründer des Schwimmbadvereins, war immerhin seit 2008 dabei. Martin lobte seinen Einsatz für das Bad.

Auch Erwin Steinert (KUL) hatte sich in den letzten zwei Perioden, vor allem als Wald- und Jagdreferent, kontinuierlich eingebracht. "Er hat seinen Auftrag ernst genommen und immer die Belange der Land- und Forstwirtschaft vertreten" resümierte Martin.

Die längste Zeit im Gemeinderat hatte aber Arnold Deininger (CSU). "Er hat die Gemeinde Pfarrweisach mit gegründet und seit 1978 war er immer im Gemeinderat dabei." Während dieser Zeit war er immer Mitglied im Grundstücks- und Bauausschuss und davon sogar 18 Jahre Vorsitzender dieses Ausschusses. Der Maurermeister und geprüfte Restaurator im Maurerhandwerk hat seine Fachkompetenz in 36 Jahren als Baureferent der Gemeinde eingebracht und so die Arbeit im Gemeinderat und die Gemeinde geprägt. "Arnold, du warst ein Alleinstellungsmerkmal, für dich hätte es keinen Ersatz gegeben", stellte der Bürgermeister bewundernd fest. "Du kennst jeden Ortsteil und jede Baustelle und es gab kaum eine Veranstaltung oder Einweihung ohne dich."

Lob vom "Vize"

Auch Bürgermeister Hermann Martin selbst scheidet aus dem Amt, jedoch nicht aus dem Gemeinderat. Am letzten Tag seiner Amtszeit übergab er die Schlüssel bereits an seinen Nachfolger Ralf Nowak (ULB). "Der Abschied von diesem Amt fällt mir schwer" gestand Martin ein. In einem kurzen Rückblick auf die letzten zwölf Jahre stellte er fest, dass "wir in den letzten Jahren positive Arbeit geleistet haben - in allen Ortsteilen", auch wenn es nicht nur angenehme Tage gegeben habe.

"Wir hatten manche Schwierigkeit zu überwinden und auch manche unangenehme Entscheidung zu treffen." Zweiter Bürgermeister Rüdiger Kuhn (CSU) sprach ihm das große Lob aus, mit seiner Arbeit viel für die Gemeinde und deren Wohl erreicht zu haben. Dabei hatten sie, so Kuhn, "schöne und auch schwere Zeiten". Er hoffe, dass Martin seine Kenntnisse auch künftig als Gemeinderat und neuer "Heimatreferent" einbringt.