Einer Menge Fragen musste sich der Besitzer der Mühle und des Kleinkraftwerkes, Wolfgang Elflein, bei der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Fischtreppe stellen. Zahlreiche interessierte Gäste waren gekommen.

Dank des neu errichteten Fischpasses können Fische das Kleinkraftwerk mühelos überwinden. Vertreter der Kommune um Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) und der Behörden vom Landratsamt Haßberge über das Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt bis hin zu den Bayerischen Wasserkraftwerken und der Hegefischereigenossenschaft Baunach lauschten den Ausführungen von Wolfgang Elflein. Dieser erläuterte die Vorgabe der EU-Wasserrahmenrichtlinien, nach der alle Flüsse in der EU bis etwa zum Jahre 2016 für alle unter Wasser lebenden Tierarten, vornehmlich die Wanderfische, wieder durchgängig gemacht werden sollen. Wasserkraft sei schon immer ein wichtiger Energielieferant gewesen. Vom einfachen Wasserrad bis zu den modernen Turbinen mit elektronischen Steuerungen wurde ihre Nutzung bis zum heutigen Tag technisch perfektioniert.

Das führte dazu, dass beispielsweise am Main und seinen Nebengewässern allein in Oberfranken schätzungsweise mehr als 1000 Wehre, Kraftwerke und Mühlen entstanden sind, die den Wanderdrang der Fische, außerhalb der Hochwasserzeiten, zum Teil unmöglich gemacht haben.


"Eckpfeiler der Energiewende"


Hilmar Opel aus Schottenstein, als Vertreter der Bayerischen Wasserkraftwerke, nannte die Wasserkraft in Bayern einen Eckpfeiler in der Energiewende.

Die Staatsregierung habe erkannt, wie wertvoll diese Energiequelle ist und wünsche daher deren Ausbau. Oft würden Turbinen als "Häckselmaschinen" bezeichnet und der Wasserkraft die Schuld am Fischrückgang gegeben. Der Rückgang habe jedoch andere Gründe, die er in einer längeren Liste aufführte. Wasserkraftanlagen-Betreiber bemühten sich, Gefahren fürFische zu vermeiden. "Wasserkraft ist unverzichtbar", so Opel. Vernünftige ökologische Verbesserungen in Absprache mit den zuständigen Behörden seien auch im Interesse der Wasserkraftwerksbetreiber und würden, wie man an der Gräfenholzer Mühle sehe, auch umgesetzt. Mühlen gehören zur Kulturlandschaft und müssen erhalten bleiben, so Opel.

"Gerhard und seine lustigen Musikanten", sowie die Mitglieder des örtlichen Bürgervereins mit der Gästebewirtung, trugen zum Gelingen der Feier bei. sch