Am Mittwoch informierten Mitglieder der Aktionsgruppe - allesamt Freunde der betroffenen Familie - die Schirmherrin, die ehemalige Bundestags-Vizepräsidentin, Susanne Kastner (SPD) aus Maroldsweisach, über den Stand der Vorbereitungen. Für Sonntag, 4. März, ist eine Typisierungsaktion in der Dreifachturnhalle am Friedrich-Rückert-Gymnasium geplant. Bereits eine Woche nach Beginn der Aktion sind über 10.000 Euro an Spenden eingegangen. Die Bundestagsabgeordnete Kastner ist mit der Familie von Linus bekannt, weil ihre Tochter mit Linus' Mutter gemeinsam zur Schule ging.

Mittlerweile rechnen die Organisatoren mit bis zu 5000 Menschen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren, die sich fünf Milliliter Blut abzapfen lassen werden, um eine genetische Übereinstimmung für eine Knochenmarkspende festzustellen. Weil diese Laboruntersuchung 50 Euro je Blutprobe kostet und von den Krankenkassen nicht bezahlt wird, ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Tübingen auf Geldspenden angewiesen, die aber nicht von den Blutspendern kommen müssen. Dass dies aber dennoch auch geschieht, beweist die Initiative eines Eberner Firmenchefs, der seine gesamte Belegschaft zur Blutanalyse schickt und für jeden seiner Mitarbeiter auch noch 50 Euro spendet.


Familie ist sehr gerührt


"Den Dank der Familie" übermittelte Linus' Pate, Allen Rudel, der wie alle anderen Mitglieder der Aktionsgruppe aus dem Landkreis Bamberg, aus Mürsbach, stammt. Rudel: "Die Resonanz ist überwältigend, wir erfahren Unterstützung von allen Seiten".

Eine Einschätzung, die auch der Rektor der Eberner Mittelschule, Philipp Arnold, wo Linus' Mutter als Lehrerin unterrichtete, bestätigte: "Viele Leute nehmen einfach das Heft in die Hand und sagen Unterstützung zu, ohne lange darüber nachzudenken." Die Solidarität "ist enorm", ergänzte Claudia Kundmüller aus Viereth.

Bei Ruth Einwag, Sekretärin an der Mittelschule, laufen die Drähte zusammen. Sie berichtete von einem Koordinierungsgespräch mit Vertretern von Polizei und Feuerwehren, wonach zehn Großparkplätze im Stadtgebiet ausgewiesen und entsprechende Shuttle-Busse eingesetzt werden. "Wir brauchen 20 bis 25 Stück." Unterstützung sagten schon ein Unternehmen aus Hallstadt mit zwei Bussen und Fahrern, die Marktgemeinde Maroldsweisach, der DLRG-Ortsverband, die Lebenshilfe Ebern und Christian Dorsch, Mietauto-Unternehmer aus Poxdorf im Landkreis Bamberg zu, der auch eine 1000-Euro-Spende übergab. Dorsch kennt die Familie und als er vom Schicksal des Achtjährigen hörte, haben "bei mir sämtliche Alarmglocken angeschlagen".

Die Bundestagsabgeordnete Susanne Kastner freute sich, dass "die Aktion schon in der ersten Woche so gut angelaufen ist". Die SPD-Politikerin: "Ich hoffe, dass unter den vielen Leuten, die wir in Ebern erwarten, ein Spender gefunden werden kann." Wegen der notwendigen Finanzmittel "müssen wir noch etwas tun" und sie will ihre vielfältigen Kontakte nutzen. Aus eigener Erfahrung berichtete sie, dass eine Knochenmark-Entnahme kein Problem sei: "Man spürt kaum etwas."

Geldspende Bei der Sparkasse Ostunterfranken in Ebern wurde ein Spendenkonto eingerichtet: 9258385 (BLZ 793 517 30).

Medizinisch Beim Typisierungstermin am Sonntag, 4. März wird Blut, etwa ein Teelöffel voll, abgezapft, was den Spender nichts kostet. Im Labor werden später die genetischen Daten verglichen, die eventuell zu einer Knochenmarkspende führen. Die wiederum kann durch einen Blutaustausch erfolgen, was etwa vier Stunden dauert, oder durch die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm (nicht aus dem Rückenmark). Über einen solchen Eingriff kann jeder Spender auch nach dem Typisierungstermin noch frei entscheiden.

Kontakt In Ebern fungiert Ruth Einwag im Sekretariat der Mittelschule (Telefonnummer 09531/ 940130) als Ansprechpartnerin. Des Weiteren wurde eine Internetseite eingerichtet: www.helft-linus.de .

Bus-Shuttle Am Sonntag, 4. März, pendeln stündlich Busse der Firma Basel zwischen Bamberg und Ebern. Sie fahren um 10, 11, 12 und 13 Uhr ab Parkplatz Breitenau nach Ebern. Anmeldungen unter: info@helft-linus.de oder Tel. 0152-08930226 (die gewünschte Uhrzeit sollte angegeben werden).

Info-Stände Die Aktionsgruppe informiert am Samstag, 18. Februar, am Maxplatz in der Bamberger Fußgängerzone über das Schicksal von Linus sowie den Typisierungstermin. Ebenso bei den Heimspielen der Brose Baskets in der Stechert-Arena am 26. und 29. Februar. Dabei werden die Spieler mit Linus-Kappen einlaufen, teilte Heiko Heppel aus Hallstadt als Mitglied der Aktionsgruppe mit. Cheerleader bitten in der Halle mit Sammelbüchsen ganz Freak-City um Spenden.