Landrat Wilhelm Schneider zeichnete am Freitag Helmar Höhn mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Im Auftrag des Bundespräsidenten Franz-Walter Steinmeier überreichte Landrat Wilhelm Schneider in seinem Dienstzimmer Urkunde und Medaille.

"Sie sind ein bewundernswerter Mann, Sie haben Großartiges geleistet, denn Sie haben sich für das Wohl Ihrer Familie aufgeopfert und dafür gesorgt, dass Ihre Frau bis zu ihrem Tod dort gepflegt wurde, wo sie sich am wohlsten fühlte - nämlich zu Hause", betonte Schneider. Den Landrat freute es, Helmar Höhn für seine Hingabe, Tatkraft, Ausdauer und sein großes Herz auszeichnen zu können.

"Ihr Wirken war nicht nur für Ihre Frau von unschätzbarem Wert, sondern auch für unsere Gesellschaft", sagte Schneider, "müsste die familiäre Pflege vom staatlichen System ersetzt werden, würde es zusammen brechen."


Von einem auf den anderen Tag

Das Leben der Familie hatte sich durch den Schlaganfall 1994 von heute auf morgen verändert. Christel Höhn war mit 52 Jahren plötzlich Pflegefall. Helmar Höhn nahm die Herausforderung an. Seine Ehefrau in einer Pflegeeinrichtung unterzubringen, kam für ihn nie in Frage. Stattdessen kümmerte er sich selbst um seine Frau, damit sie in ihrer vertrauten Umgebung leben konnte und in der Familie integriert war. Welche Anstrengungen und Entbehrungen das mit sich gebracht hat, lässt sich für den Außenstehenden nur erahnen.

Zunächst konnte Christel Höhn noch am Stock gehen. Alles Weitere war durch die stark eingeschränkte Motorik fast nicht möglich. Das bedeutete für Helmar Höhn, dass er in seinem Korbwarenhandel alleine zurechtkommen musste. Zusätzlich übernahm er den Haushalt vom Putzen und Waschen über das Einkaufen und Kochen; seine Töchter Heike und Elke halfen ihm. Bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens war Helmar Höhn helfend an der Seite seiner Frau. Neben dem Landrat würdigten Höhn Landtagsabgeordneter Steffen Vogel und Bürgermeister Bernhard Ruß. red