Die Lebenshilfe Haßberge möchte in der Goethestraße (Gelände der ehemaligen Gärtnerei Nockel) in Haßfurt ein Wohnheim für Senioren und ältere Werkstattgänger für 4,361 Millionen Euro errichten. Der Stadtrat gewährte dazu in seiner Sitzung am Dienstag einen Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro.

In dem Wohnheim sollen Senioren und ältere Werkstattgänger eine altersgerechte Versorgung vorfinden. Geplant ist, 24 Personen in drei Wohngruppen aufzunehmen und zusätzlich sechs Personen einen Tagespflegebereich anzubieten.

Von den Baukosten hat der Lebenshilfeverein einen Eigenanteil von 1,134 Millionen Euro zu tragen. Hierzu hat er Zuschüsse in Höhe von 110 000 Euro bei der Aktion Mensch, von 100 000 Euro beim Landkreis Haßberge und von 50 000 Euro bei der Stadt Haßfurt beantragt.
Einstimmig beschloss der Stadtrat, das Geld zu gewähren.

Auch wenn nur fünf Wohnhäuser im Wohngebiet "Hundsrück" im Norden des Haßfurter Stadtteils Wülflingen gebaut werden sollen, ist die Aufstellung des Bebauungsplans doch mit vielen Formalien verbunden. So musste sich der Stadtrat am Dienstagabend mit einigen Einwänden und vielen Stellungnahmen im Rahmen der vorgezogenen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange beschäftigen.

Drei Bauherren, drei Grundstücke

Bernhard Leuner von der Bauverwaltung erinnerte dran, dass drei Bauherren, die im Besitz der drei Grundstücke sind, insgesamt fünf Wohnhäuser errichten möchten. Erschlossen werden soll dieses kleine Baugebiet über Hofleite und Klosterweg.

Ein Anlieger befürchtete daher, dass der Klosterweg ausgebaut werden solle, und hatte mitgeteilt, dass er die Erschließungskosten nicht mittragen wolle. Doch Leuner betonte, dass die Befürchtungen unbegründet seien, da der Ausbau des Klosterwegs keiner erstmaligen Herstellung einer Erschließungsanlage entspreche. Außerdem werde der geringe Erschließungsaufwand von den Grundstückseigentümern des Neubaugebiets sowie von der Stadt Haßfurt getragen.

Etliche Bedenken vorgetragen und abgehakt

Weitere Bedenken äußerten das Landratsamt Haßberge, das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, der Bayerische Bauernverband und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt hinsichtlich der Bewahrung der Landschaft vor Zersiedelung, der Pflicht zur Verringerung des Flächenverbrauchs, der Entwässerung des Niederschlagswassers, des Immissionsschutzes und des Brandschutzes, der Geschossflächenzahl und der Neugestaltung des Wegenetzes.

Dazu erklärte Leuner, dass nur drei Bauparzellen entstehen für Bürger, die diese Flächen erwarben, um Wohnhäuser zu bauen. Die Stadt Haßfurt betreibe aber weiterhin Leerstandsmanagement, um Grundstücke und Gebäude in die Nutzung zu bringen.

Die Rückhaltung und Drosselung des Niederschlagswassers, das nicht in die Mischwasserkanalisation eingeleitet, sondern in den Graben abgeführt werden soll, ist gewährleistet, wie Leuner weiter ausführte. Für die Regenrückhalteanlagen auf den Grundstücken erfolgt eine Bauabnahme, und die regelmäßigen Kontrollen müssen die Bauherren übernehmen.

Auf die mögliche Überschreitung der Immissionen zur Nachtzeit durch den Verkehr im Maintal und auf Immissionen durch die Landwirtschaft soll im Bebauungsplan hingewiesen werden. Die Geschossflächenzahl von 0,35 sei für ein allgemeines Wohngebiet normal, sagte Leuner, der ökologische Ausgleich finde teilweise auf den Bauparzellen statt. Die Verlegung des Feldweges sei nötig und nicht problematisch.

Der Stadtrat erkannte die Beurteilung der Verwaltung an und beauftragte die Verwaltung, die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange durchzuführen.