In den Arenen der Antike schlugen sich Gladiatoren mit Schwertern, bis Blut floss. In der Laser-Tag-Arena in Haßfurt sollen auch Kämpfe gefochten werden, aber ohne Verletzte. Den Vorwurf einiger Kritiker, dass Laser-Tag gewaltverherrlichend sei, findet Bauherrin Ingrid Schlager-Baierl absurd. Ihr geht es bei ihrem Projekt in Haßfurt um zweierlei: die Animation zum Sport und hochklassige Atmosphäre.

Mindestens eine Million Euro sollen in die Sportstätte mit dem Namen "Area 50 Fun" fließen, bis sie im September fertig ist, überschlägt Schlager-Baierl. Aus der alten Betriebshalle der Schreinerei Förtsch "Am Sterzelbach" (parallel zur Bundesstraße 26) in Haßfurt soll dann ein moderner Hingucker geworden sein. Mit silberner Fassade, stahlgrauem Dach und einer bunten Lichtshow, die das Gebäude unübersehbar macht. "Wer vorbei fährt, soll neugierig werden", sagt die Kunst-Galeristin aus Schweinfurt.
Sie leitet das Projekt gemeinsam mit ihrer Tochter Jessica Baierl.

Strategisch guter Standort

Die Laser-Tag-Arenen schießen derzeit vielerorts in Deutschland aus dem Boden. Im Kreis Haßberge wird die in Haßfurt allerdings die erste sein. "Deshalb haben wir uns für den Standort entschieden", sagt die Schweinfurterin.

Auf 5500 Quadratmetern Grundstücksfläche und 1700 Quadratmetern Innenbereich will Schlager-Baierl mit ihrer Tochter Qualität bieten: Ehemann Karl-Heinz Baierl, ausgebildeter Architekt und Diplom-Ingenieur, ist für einen Großteil der Planung verantwortlich. "Oft sind solche Anlagen billig gemacht. Wir werden hier ein Veranstaltungszentrum auf hohem Niveau etablieren", sagt die zukünftige Geschäftsführerin.

Musik, Rauch und Hindernisse

Qualität heißt in den Arenen massive, schick gestaltete Hindernisse wie Vorsprünge, Brücken, Anhöhen und Tunnel. Auf zwei Feldern soll gespielt werden: eines mit 430 Quadratmetern (für bis zu 18 Spieler), das andere mit 614 Quadratmetern (für bis zu 24 Spieler). Jede Runde wird von temporeicher Musik begleitet, Rauchmaschinen und Schwarzlicht sorgen weiterhin für Atmosphäre.

Die Öffnungszeiten, so schwebt es der Betreiberin vor, werden flexibel gehalten sein (von vormittags bis spät abends). Das Gebäude soll bei Bedarf auch an Firmen, Familien und Gesellschaften vermietet werden.
Neben den beiden Arenen sind ein 147 Quadratmeter großer Gastraum für Sonderveranstaltungen und eine Außenbewirtschaftung beantragt. "Neben dem Sport kann ich mir eine Kunstausstellung oder ein Konzert in dem Gebäude vorstellen", sagt Schlager-Baierl. Die Galeristin hat gute Kontakte in die Kunstszene.

Arena soll wettbewerbs-tauglich

Um sich Anregungen zu holen, hat sich Tochter Jessica Baierl in ganz Deutschland und dem näheren Ausland umgeschaut. In Frankfurt war sie kürzlich bei der Eröffnung einer Arena dabei. Bei solchen Gelegenheiten nimmt sie auch selbst die "Laser-Pistole", den so genannten Phaser, in die Hand. "Richtig gut kann man so ein Projekt nur umsetzen, wenn man den Sport selbst ausübt", sagt Ingrid Schlager-Baierl. Ihre Tochter und deren Lebensgefährte bestreiten auch Wettkämpfe im Laser-Tag, wissen also, worum es geht. Selbstredend, dass die neue Arena in Haßfurt auch wettbewerbs-tauglich sein soll.

Noch ist der Bau in der Kreisstadt des Landkreises am Anfang. "Wir haben Richtfest", sagt die Bauherrin und meint, dass gerade das Dach aufgesetzt wird. Auf dem Grundstück werden noch Messungen zur Bodenfestigkeit vorgenommen.

Wenn alles gut läuft, zischen die ersten Laserstrahlen dann im September durch die Haßfurter Arena - sportlich und gewaltlos.