"Da haben wir schon ganz andere Sachen zammgericht'!" Jürgen Bergmann muss es ja wissen. Der Architekt aus Eichelsdorf, der als Nachfolger von Dipl.-Ing. Bernhard Conradi die Stadt in denkmalpflegerischen Fragen berät, hat mit der Renovierung des Schumacherhauses ein Meisterstück abgeliefert. Jetzt lobt er die Pläne für die Revitalisierung der ehemaligen Streits-Wirtschaft am Marktplatz. Dort werden künftig aber keine Getränke mehr verabreicht, sondern Medikamente: Zum 1. Oktober wird eine Arztpraxis einziehen, in der sich der aus Ebern stammende Mediziner Markus Zürl niederlassen wird.
Bei einer Besichtigung durch die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochnachmittag zeigte sich, dass noch viel Arbeit vor dem Bauherren, Dieter Gerstenkorn, und dessen Architektin Renate Schubart-Eisenhardt liegt, die schon das Nachbaranwesen eines Augenoptikers zum Schmuckkästchen gemacht hat. "Wie lange steht das Haus schon leer?", fragte Otmar Schmitt (CSU). Ein einsam in einem Zimmer hängender Kalender gab Aufschluss: Februar 1991 wurde er letztmals abgerissen.
Erster Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) freute sich über die anstehende Sanierung eines Hauses in der Stadtmitte und die Verbesserung der medizinischen Versorgung. "Wir sehen das sehr positiv. Da kommt eine qualifizierte Nutzung rein, die auch die Innenstadt belebt."
Die Scheune im Hinterhof (in Nachbarschaft zum Parkplatz der Flessabank) bleibt erhalten und soll zu Wohnzwecken umgebaut werden. Abgerissen wird der Mitteltrakt, der durch einen Neubau ersetzt wird, um im ersten Stock Platz zu schaffen für die Arztpraxis mit einer Fläche von 250 Quadratmeter (samt Aufzug). Im Vorderhaus, dessen Fassade zum Marktplatz hin unverändert bleibt, entsteht im Erdgeschoss eine weitere kleine Wohnung mit behindertengerechtem Zugang.
"Wer in den Hof schaut, erkennt, dass noch einige Arbeiten notwendig sind", sagte der Bauherr und Stadtplaner Bergmann empfahl den Stadträten nicht zu nahe am Mauerwerk zu bleiben. "Da könnten Ziegeln runterfallen."