Die Loacker-Gegner hatten am 20. Oktober auch mit Unterstützung verschiedener Politiker aus Land- und Bundestag gegen eine vermutlich gesundheitsgefährdende Feinstaub-Belastung durch den Kabelschrott verarbeitenden Betrieb protestiert.

In dem einen Tag zuvor durch das Landratsamt Haßberge veröffentlichten Gutachten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wurde erklärt, dass sich keine "Anhaltspunkte für gesundheitlich bedenkliche oder unzumutbar hohe Belastungen von direkten Anwohnern oder in Nachbarbetrieben beschäftige Personen ergeben."

Der CSU-Kreisrat Steffen Vogel empfand diese Formulierungen als zu schwammig: So, wie er das verstehe, gebe es laut Gutachten durchaus Belastungen, nur eben keine unzumutbar hohen. Bezogen auf die Situation der Bürger von Wonfurt sagte er: "Wenn ich dort wohne, möchte ich überhaupt keine Belastungen haben." Ebenso kritisierte er, dass es in dem Gutachten hieß, in den weiter entfernten Wohngebieten seien "aller Voraussicht nach" keinerlei messbare Einflüsse durch die Recyclingfirma zu erwarten.

Vage sei die Wortwahl "aller Voraussicht nach". Vogel: "Kann man nicht eine genaue Beurteilung haben?"
Der Landrat erklärte, der Antrag auf eine Einhausung des Loacker-Betriebs liege nun vor. Man wolle die Stellungnahmen der Fachbehörden abwarten. Dann würden Gespräche mit der Bürgerinitiative (BI) Wonfurt und der Gemeinde zum Thema geführt werden.


Erneuter Ärger durch Staub


Aktuell gibt es erneut Kritik: Am Wochenende bemerkten Bürger in Wonfurt feinen Staub. Der Wonfurter Gemeinderat Karl Hellwig wandte sich in einem Schreiben direkt an Landrat Rudolf Handwerker.

"Wir (Karl Hellwig, GR Wonfurt und Mitglieder der BI) haben den Staub, der kürzlich wieder mehrfach auf den Fensterbrettern ... gelandet ist, mit einem Mikroskop untersuchen lassen: Er enthält viele scharfkantige durchsichtige Teilchen, faserähnlich, entweder Glas oder Kunststoff. Ich tippe auf geschredderte Kunststoff-Fasern. Wir haben Teilchen von ca 0,5 mm Länge im Mittel gefunden. ... Meiner Meinung nach sollte niemand solche Splitter in die Augen bekommen! Was wir gesehen haben, war wohl zu groß, um lungengängig zu sein, aber PM10-Feinstaub sieht man eben nicht so leicht. Wahrscheinlich enthält der Schredderstaub diese Splitter in allen Größen."