Ein Unwetter hat am Dienstagnachmittag die unterfränkischen und oberfränkischen Polizeidienststellen und Rettungskräfte beschäftigt. Bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken gingen über 100 Notrufe ein. Die Integrierte Leitstelle Schweinfurt hatte nach eigenen Angaben zwischen 17.30 und 19.30 Uhr 170 Feuerwehreinsätze zu betreuen. Im Landkreis Haßberge war es vor allem der Raum Riedbach, Aidhausen, Hofheim und Ebern, der betroffen war. Hier stürzten Bäume um und der Ort Nassach (Gemeinde Aidhausen) war zeitweise vom Stromnetz abgeschnitten.

Der Gesamtschaden, der durch das Unwetter angerichtet wurde, steht noch nicht fest, wie das Polizeipräsidium Unterfranken in Würzburg berichtet. Im Raum Ebern sorgte laut dem Bericht der Polizeiinspektion Ebern die Gewitterfront für mehrere Feuerwehreinsätze. Starke Windböen rissen mehrere Bäume um.
Diese mussten entfernt werden auf der Bundesstraße 279 zwischen Autohaus Scholz und Heubacher Kreuz, auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Ebern und Lind sowie in der Hirtengasse in Ebern. Von einem Anwesen in Ebern am Marktplatz fielen mehrere Dachziegel auf die Straße. Das Hausdach musste durch die Feuerwehr Ebern abgesichert werden.

Notrufe im Minutentakt

Gegen 16.30 Uhr hatte sich aus Westen die Unwetterfront nach Unterfranken genähert. Von da an gingen beinahe im Minutentakt die Notrufe bei der Polizei ein. Bis 19.30 Uhr zählte die Einsatzzentrale der unterfränkischen Polizei mehr als 100 Meldungen über umgestürzte Bäume, herumfliegende Gegenstände, abgedeckte Häuser, blockierte Fahrbahnen, Blitzeinschläge und beschädigte Gebäude. Der spektakulärste Unfall an der Landkreisgrenze zu Bamberg ereignete sich auf der B 4 bei Rattelsdorf. Dort blies der Sturm während der Fahrt den Anhänger eines Lastzuges um. Den Schaden schätzt die Polizei auf einen fünfstelligen Betrag. Die B4 war bis in den Abend gesperrt. Verletzt wurde niemand.

Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion in Haßfurt, Peter Firsching, berichtete von dem Vorfall in Nassach, einem Gemeindeteil von Aidhausen. Dort hatte sich ein Starkstromkabel gelöst und um einen Baum gewickelt. Die Feuerwehr musste den Baum wegräumen, und für die Dauer dieser Arbeiten stellte der Energieversorger den Strom ab, wodurch der Ort von der Stromversorgung abgeschnitten war. Firsching bilanzierte am Mittwoch, dass die Schadensfälle meist glimpflichen Ausgang hatten; Menschen wurden nicht verletzt.

Das war in anderen Bereichen Unterfrankens nicht so. Im Bereich des Untermains waren es erst nur umgestürzte Bäume, die die Rettungskräfte wegzuräumen hatten. In Kahl am Main fiel gegen 17.45 Uhr ein Baum auf einen Pkw. Der Autofahrer musste ins Krankenhaus. Als das Unwetter über den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg wütete, schlug um kurz nach 17 Uhr ein Blitz in Partenstein in ein Haus ein und löste einen Brand aus - Schaden: 20 000 Euro.

Im Arnsteiner Ortsteil Reuchelheim wurde eine Scheune abgedeckt, die Gebäudefront brach komplett weg, eine Seitenwand drohte einzustürzen. Bei Schonungen im Landkreis Schweinfurt wurden sechs Menschen von der Feuerwehr und der Wasserrettung in Sicherheit gebracht. Die sechs befanden sich an der Schonunger Bucht, als das Unwetter aufzog. Verletzt wurde niemand.