Der erste Spatenstich für den Ausbau der Kreisstraße zwischen Ibind und der Bundesstraße B 303 erfolgte am Donnerstag. Die Kreisstraße Has 46 zwischen der Bundesstraße 303 und Ibind (Markt Burgpreppach) ist laut Pressemitteilung des Landratsamts Teil einer historischen Verbindung zwischen Hofheim und Ebern, beziehungsweise dem Weisach- und dem Baunachgrund. Die Straße wurde nach dem Bau der B 303 von der Staatsstraße zur Kreisstraße abgestuft. Während einige Teilstrecken zwischen Ibind und der Bundesstraße 279 bereits erneuert wurden, zum Beispiel die Straße von Burgpreppach nach Leuzendorf, wurde der Abschnitt, der jetzt ausgebaut wird, in den letzten Jahren nur notdürftig repariert. Die Fahrbahnschäden auf der rund zwei Kilometer langen Kreisstraße sind in den vergangenen Jahren stetig angewachsen, so dass die Unterhaltsarbeiten zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit ständig zugenommen haben sind. Enge Kurven und zu geringe Kuppen-Ausrundungen sorgten für unzureichende Sichtverhältnisse, die zu einem erhöhten Unfallrisiko führten. Die völlig unzulänglichen Sichtverhältnisse an manchen Wirtschaftsweg-Zufahrten waren nicht länger hinnehmbar. Die bisherige Trassierung entspricht schon lange nicht mehr den heutigen Standards.

Parallel zur Notwendigkeit, die Straße zu erneuern, gab es einen weiteren wichtigen Grund, an dieser Straße Hand anzulegen. Es war der lang gehegte Wunsch der Gemeinde Burgpreppach und der Stadt Hofheim, eine Radverbindung zwischen dem Haßgau und dem Weisach- und Baunachgrund herzustellen. Während von Burgpreppach über Römmelsdorf, Lohr nach Pfarrweisach relativ gefahrlos zu radeln ist, stellt die Verbindung Goßmannsdorf-Ibind eine nicht unerhebliche Hürde für die Radfahrer dar - vor allem wegen der B 303. Bereits im Jahr 2014 äußerte eine Bürgerinitiative den Wunsch nach einer ordentlichen Radwegverbindung zwischen Burgpreppach und Hofheim. Nach verschiedenen Varianten-Untersuchungen wurde schnell klar, das die Trasse entlang der Kreisstraße Has 46 bis zur B 303 und entlang der Bundesstraße hinunter nach Goßmannsdorf führen sollte.

Im Rahmen der Maßnahme werden die Entwässerungseinrichtungen, der Straßenaufbau und die Trassierungselemente den heutigen Anforderungen angepasst. Die Fahrbahn wird von 5,50 Meter auf sechs Meter verbreitert.

Eine Herausforderung sind die naturschutzfachlichen und landschaftsplanerischen Belange. So wurde zur Erhaltung des Landschaftsbildes die nördliche Böschung vor Ibind mit dem schönen Eichenbestand verschont, indem die Straße nach Süden verlegt wurde. Fledermausquartiere wurden verlegt, Ameisenhaufen versetzt und eine große Population von Zauneidechsen wurde umgesiedelt. Für die Realisierung der Trasse war ein nicht unerheblicher Grunderwerb erforderlich. Für die kooperative Haltung vieler Grundstückseigentümer bedankte sich Landrat Wilhelm Schneider beim Spatenstich.

Die voraussichtlichen Baukosten belaufen sich auf rund 2,45 Millionen Euro, wovon rund 900 000 Euro aus Eigenmitteln des Landkreises und der Marktgemeinde Burgpreppach finanziert werden müssen. Der Teilungsschlüssel für die Baumaßnahme wurde mit 29,4 Prozent für den Markt Burgpreppach und 70,6 Prozent für den Landkreis Haßberge festgelegt. Der Landkreis und der Markt Burgpreppach erhalten staatliche Zuwendungen.

Der Auftrag wurde an die Firma Stolz aus Hammelburg erteilt. Mit den Arbeiten wurde am 11. Mai begonnen. Nach dem Terminplan des Landratsamtes sollen die Bauarbeiten bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Die Ausführung macht eine Vollsperrung erforderlich. Für die einhergehenden Unannehmlichkeiten bat der Landrat um Verständnis.

Manfred Rott vom Straßenbauamt ergänzte, dass der Radweg unter der B 303 weitergehen und dann nördlich der Bundesstraße nach Goßmannsdorf führen soll. Diese Maßnahme werde aber erst im kommenden Jahr verwirklicht, sagte er.

Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst begrüßte als Vorsitzender der Hofheimer Allianz den Radweg als wichtigen Baustein für den sanften Tourismus. Hofheim werde dadurch in Zukunft zum "Verteilerzentrum" für die Radwege in alle Richtungen.