Ohne Diskussionen - und das will in dem Fall etwas heißen - hat der Kreistag Haßberge einen Sachstandsbericht des Landrats zum Thema Loacker zur Kenntnis genommen. Rudolf Handwerker (CSU) beschrieb am Montagnachmittag bei der Sitzung im Landratsamt in Haßfurt die aktuelle Lage aus Sicht der Behörde. Den Antrag hatte die Grünen-Kreistagsfraktion gestellt.

Der Landrat geht davon aus, dass endlich, nachdem die Gemeinde Wonfurt, die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wonfurt" sowie Bürger und vor allem die Anwohner rasches Handeln verlangt hatten, die in die Schlagzeilen geratene Recycling-Firma ihre Pläne zur baulichen und technischen Verbesserung der Anlagen bis zum 10. August einreicht. Diesen Termin hatte das Landratsamt dem Betrieb Loacker gesetzt, und er scheint eingehalten zu werden.

Nach Auskunft eines leitenden Mitarbeiters von Loacker "kann der Termin für die Einreichung der Antragsunterlagen zum 10. August 2012 gehalten werden", erklärte der Landrat vor dem Kreistag. Wesentlicher Bestandteil des Antrages ist die Einhausung des Betriebsgebäudes.

Handwerker nahm detailliert zu den Vorgängen um die Firma Stellung, die im Verdacht steht, mit Giftstoffen belasteten Staub in die Umwelt zu bringen. Deshalb hatte die Behörde im März das Recycling von Elektro- und Kabelschrott untersagt. Diese Anordnung hob das Verwaltungsgericht Würzburg teilweise wieder auf. Seither darf das Unternehmen nur Kabelschrott aufarbeiten, keinen Elektroschrott. Das Kabelschrott-Recycling läuft laut Handwerker seither "kontinuierlich in gleichem Umfang". Er verteidigte die Haltung seiner Behörde, wonach der Betrieb nicht völlig geschlossen werden kann. "Rechtlich sehen wir keine Möglichkeit, den Betrieb stillzulegen."

Handwerker begründete auch die Änderungen bei den Probemessungen (drei Anlagen wurden abgebaut). Weitere Testeinrichtungen laufen (etwa Biomonitoring über Graskörper und Bodenuntersuchungen). Derzeit sind sechs Messstellen rund um das Unternehmen in Betrieb.

Zu den bisher bekannten Ergebnissen teilte Rudolf Handwerker mit, dass bei den Messungen zur Belastung der Luft "die Grenzwerte beziehungsweise Beurteilungswerte deutlich unterschritten waren." Die Resultate "spiegeln bei Feinstaub die meteorologische Situation in Unterfranken wieder", sagte er und folgerte: "Die Messungen haben gezeigt, dass sogar unmittelbar neben der Anlage die Konzentration in der Luft so niedrig ist, dass sie bedenkenlos eingeschnauft werden kann."

Anders als bei den Luftuntersuchungen sieht es beim Staubniederschlag aus. Land Handwerker war bei den Messungen die Belastung mit Kupfer "überschritten. Die Einhaltung dieses Wertes erfordert Maßnahmen. Diese Maßnahme ist die schon geforderte Einhausung der Anlage", erklärte Handwerker.

Der Landrat versicherte, dass er und seine Behörde sich um Transparenz und Kooperation in dem Fall bemühen. Mit Blick auf die Bürgerinitiative bedauerte er, dass einem das "nicht immer leicht gemacht wird".

Grünen-Kreisrätin Rita Stäblein forderte, dass Amt, Gemeinde, Bürger und Bürgerinitiative "miteinander und nicht übereinander sprechen" sollten. "Es ist wichtig, dass wir vorankommen", sagte sie und fragte nach einem Termin für ein Gespräch unter den Beteiligten.

Einen Termin gebe es nicht, antwortete der Landrat. "Wir werden", versicherte Handwerker, eine Besprechung mit Gemeinde und Bürgerinitiative anstreben, sobald der Antrag des Unternehmens vorliege und geprüft sei. "Ich bin immer bereit, ein Gespräch zu führen", sagte er, aber nur dann, wenn es Sinn mache, sagte er mit Blick auf den geforderten Firmenantrag.

Zu den Vorkommnissen am 18. Juli, als sichtbare Wolken aus Dampf oder Rauch oder Staub durch die beiden Abluftkamine von Loacker in die Umwelt gelangten, machte der Landrat vor dem Kreistag keine Angaben. Da bisher offenbar niemand weiß, worum es sich gehandelt hat. Die Ermittlungen der Polizei laufen, sagte der Landrat.