Seit mehr als 150 Jahren wird dieses Kinderfest in Königsberg gefeiert. Es entwickelte sich aus dem einst weit verbreiteten Fest zu Ehren von Papst Gregorius I., einem Förderer der Schulen. Ursprünglich im März zeigte man mit dem Katzenkopf einem Winterdämon seine Verachtung. Irgendwann wurden die Feierlichkeiten als Schuljahresabschluss auf den Montag vor die Sommerferien verlegt.

Feierlicher Zug durch die Altstadt


An dem Tag dürfen zwei Viertklässler in den schwarzen Gehrock und die fränkische Bauerntracht schlüpfen, sich zwei Pappmaché-Masken überstülpen und, ausgestattet mit Zylinder und Regenschirm, den Tross der mit Blumenkränzen und Fahnen ausgerüsteten Schulkinder bei ihrem feierlichen Zug durch die Altstadt hinaus zum Bleichdamm anführen. Begleitet von der schmissigen Marschmusik der Sterzelbacher Musikanten aus Prappach muss das Katzenkopfpaar derweil besagte Spottverse über sich ergehen lassen.

Auf dem Festplatz vor den Toren der Altstadt führten die Mädchen der dritten und vierten Klassen unter Anleitung von Lehrerin Doris Roth die Polonaise vor. Bevor Akrobaten der vierten Klassen Kunststücke bis hin zu einer Menschenpyramide zeigten, erfreuten die Erst- und Zweitklässler mit dem "Tanz der Elefanten". Den Abschluss bildete ein farbenprächtiges Schauspiel mit zauberhaft gekleideten Elfen und furchterregenden Trollen (dritte Klasse mit Lehrerin Gabriele Heinrich).. Die Elfen umgarnten zunächst mit einem Tanz die Zuschauer, bis die bösen Trolle sie im Schlaf beraubten. Aber zum Ende mussten die Trolle den Elfen das Geraubte wieder zurückgeben, indem sie es per Gummischleuder zurückkatapultierten.

Viel weniger Kinder als früher einmal


Nachdem die Schulkinder am Nachmittag an Spielstationen ihr Geschick beweisen konnten, marschierte man späten Nachmittag gemeinsam, wiederum mit dem Katzenkopfpaar vorweg, zurück auf den Marktplatz.
Und die demoskopische Entwicklung offenbarte sich auch bei diesem Kinderbrauch: Die Königsberger, die schon öfters dabei waren, sahen, dass von Jahr zu Jahr weniger Schüler durch die Straßen ziehen. Wo sich früher der Marktplatz in ein Meer aus bunten Fahnen und Wedeln verwandelt hatte, sammelte sich diesmal eine überschaubare Gruppe Kinder, die zum Abschluss des Tages gespannt die Enthüllung des maskierten Paares erwarteten: Es waren Lucca Höra und Ramona Ziegler, denen die große Ehre zuteil geworden war, den Herrn von Katzenkopf und seine Gemahlin darstellen zu dürfen.

Es war eine schöne Schulzeit


Und noch eine Abschlussrede gab es: Die Viertklässlerinnen Saskia Röth und Lena Will dankten für ihren Jahrgang für die schöne Zeit an der Regiomontanus-Volksschule. Lena sprach ehrlichkeitshalber aber auch den Stress mit vielen Probearbeiten an. Viele Höhepunkte bleiben ihnen wohl in Erinnerung, wie die beiden Mädchen aufzählten: Wanderungen, Unterrichtsgänge, Theaterbesuche, Ausflüge, Feste und Feiern - besonders der Besuch der Jugendherberge in Gunzenhausen.

Lena blickte in die Zukunft: "Doch nun kommt für uns alle ein neuer Abschnitt. Unsere Klassengemeinschaften lösen sich auf, und es verschlägt uns in viele Richtungen: Ebern, Hofheim und Haßfurt. Natürlich freuen wir uns auf die neuen Schulen, neue Freunde, neue Lehrer, sind gespannt, neugierig und am ersten Schultag sicher auch aufgeregt."

Saskia Röth resümierte: "In Königsberg haben wir uns alle wohl gefühlt und werden die Regiomontanus-Volksschule auch vermissen." Mit dem Singen der Nationalhymne endete das Katzenkopffest.