"Wenn ich auch manchmal Glück hatte, aber einen Unfall hatte ich nie", erzählt der Königsberger. Darauf ist Arno Wiedemuth heute mit Recht stolz.

Bereits im Jahr 2004 erhielt er eine besondere Ehrung. Ihm wurde von der "International Road Transport Union" in Genf für über vier Millionen Kilometer unfallfreies Fahren als Busfahrer mit dem "Diplom of Honour" die höchste Auszeichnung verliehen, die diese Organisation zu vergeben hat.

Anfänglich betrieb Arno Wiedemuth in Königsberg ein eigenes Busunternehmen und fuhr durch ganz Europa. Mit vielen Reisegruppen unternahm er ausgedehnte Fahrten. Viele Male lenkte er seinen Bus durch Russland. Auch das Nordkap und Nordafrika waren seine Ziele. "Für mich war es immer sehr schön, meinen vielen Fahrgästen die Schönheiten der europäischen Länder mit ihren Sehenswürdigkeiten und Hauptstädten zu zeigen", erinnert er sich.

Vier Jahre lang beförderte Arno Wiedemuth im Auftrag einer Nürnberger Konzertagentur internationale Showbands wie Max Greger, Ambros Selos, Freddy Quinn und Hildegard Knef zu ihren Auftritten im europäischen Raum.

Die letzten Jahre zog es ihn aber nicht mehr so weit in die Ferne. Aber das Busfahren konnte Arno Wiedemuth nicht lassen. Zwölf Jahre fuhr er für die Firma Wagenhäuser in Hofheim täglich eine Schulbuslinie. Der 13-jährige René Kielmeyer von der Mittelschule Hofheim fuhr gerne mit dem Königsberger. Der Bub meint: "Er hat uns gut gefahren. Es war schön mit ihm. Er hat mich fast bis vor die Haustüre gebracht."

Zum Ende des Monats März gibt Arno Wiedemuth seinen Fahrgastführerschein freiwillig ab. "Jetzt ist Schluss, bevor doch etwas passiert. Jeder Lebensabschnitt findet, auch wenn es sehr weh tut, einmal ein Ende", sagt er zu einem Zeitabschnitt, der sein Leben prägte und in dem viele Erinnerungen stecken.