Auch wenn es die Königsberger selbst nicht gerne hören. Ein bisschen verschlafen wirkt die Stadt in den Haßbergen schon. Macht aber nichts. Die Verträumtheit ist ein Teil der Atmosphäre, die Königsberg hat und die viele Menschen an Königsberg schätzen.

Am Samstag und Sonntag war es jedoch vorbei mit der Verschlafenheit und der Verträumtheit. Die Stadt wurde jäh aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen. Zwei Tage lang strömten die Besucher auf die Burg über den Dächern der Stadt oder in die historische Altstadt. Die Rosen- und Gartenmesse fand statt - ein Anziehungspunkt für sehr viele Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung.
Gut über zehntausend Besucher dürften es nach den Angaben der Veranstalter an beiden Tagen gewesen sein, die gekommen waren.

Aus einer kleinen Initiative des Obst- und Gartenbauvereins entstanden, ist die Rosen- und Gartenmesse mittlerweile zu einer Großveranstaltung geworden. Stefanie Kober, die aus Kronach stammt und in Bamberg lebt, organisiert die Messe seit etwa zehn Jahren. Und heuer durfte sie mit den vielen Rosen und anderen Blumen um die Wette strahlen, denn das Wetter bescherte ihr und ihrem Team eine gelungene Messe. "Wir sind zufrieden", sagte sie am Sonntagnachmittag, als reger Andrang auf dem Burgareal und in der Altstadt herrschte.

Rund um die Burgmauer sowie im Burghof selbst gab es viele Stände. Blumen, Pflanzen, Gartenartikel und Kunsthandwerk wurden angeboten. Über 300 Rosensorten dürften es laut Lilian Johnson, einer Mitarbeiterin von Stefanie Kober, sein, die auf Interessenten warteten. Dazu kamen noch etliche Unterarten der einzigartigen Blume.

Die Rose passt zu Königsberg, diesem "wunderschönen Städtchen", wie Stefanie Kober findet. Da darf der Dornröschenschlaf ruhig noch ein bisschen dauern. Die Rosen- und Gartenmesse rüttelt die Regiomontanus-Stadt immer wieder wach.