Mit dem Leader-Programm unterstützt die Europäische Union die ländlichen Regionen auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten Entwicklung. Die geschieht nach dem Motto: "Bürger gestalten ihre Heimat". Einen Überblick über Leader-Projekte in der Vergangenheit verschaffte Regionalmanagerin Jennifer Knipping dem Knetzgauer Gemeinderat in der jüngsten Sitzung.

Dabei kam heraus: Knetzgau ist eine der Kommunen im Landkreis, die von dem Förderprogramm am meisten profitiert hat. Knipping zählte hier die Projekte "Dorf am Fluss", "Offener Bürgertreff Westheim" und "Laufparadies" auf.


Hilfe zur Selbsthilfe


Jennifer Knipping ging auf Sinn und Zweck des Programms ein: "Leader ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es den Menschen vor Ort ermöglicht, ihren Lebensraum mitzugestalten". Den Leader-Regionen bekämen dafür Fördergelder der EU, des Bundes und der Länder.

Die Regionalmanagerin verwies auf die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Haßberge, die 2008 gegründet wurde. Unter Vorsitz von Landrat Wilhelm Schneider werden durch die LAG die Leader-Prozesse in der Region gesteuert und begleitet. Die LAG ist die Plattform der regionalen Akteure und trägt zum Aufbau von Netzwerken bei. Der Weg von der Projektidee bis zur Auszahlung des Zuschusses ist laut Managerin relativ einfach. Neben den bereits genannten Projekten im Gemeindebereich von Knetzgau war die Kommune an den Netzwerken "Forst, Holz und Steigerwald", "Lebensader Main", "Gelbe Welle" sowie "Landjudentum" beteiligt.


Bisher suind 141.000 Euro geflossen


Von 2007 bis 2013 erhielt Knetzgau von den gesamten Fördergeldern in Höhe von 1,1 Millionen Euro einen Anteil von 141.000 Euro, aufgeteilt auf "Dorf am Fluss" (72.200 Euro), "Laufparadies" (60.000 Euro) und "Offener Treff Westheim" (8800 Euro). In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 werden dem Landkreis weitere 454.000 Euro bewilligt. Für das Konzept eines Maininformationszentrum hat Knetzgau einen Zuschuss von 52.000 Euro beantragt. Zudem ist man an verschiedenen weiteren Projekten, wie "Bildungsportal" oder "Haßberge Tracht" beteiligt.

Auch wenn Jennifer Knipping den Landkreis Haßberge im Oktober verlassen wird, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen, versicherte sie, dass die LAG offen für weitere Ideen aus der Bevölkerung ist. So hätten weitere Anträge, wie der Dorfladen in Westheim und die Erweiterung "Dorf am Fluss" mit einem Seniorenspielplatz am Main gute Chancen auf eine Förderung.

Die "Kulinea", die ihren Anfang in der Franz-Hofmann-Halle in Knetzgau genommen hatte, bezeichnete Jennifer Knipping als ihr "persönliches Lieblingsprojekt".


Lob für Sachverstand


Bürgermeister Stefan Paulus (CWG/SPD) bedankte sich bei der Rednerin mit einem Präsent. Ohne das Engagement der Regionalmanagerin hätte man in der Gemeinde nicht so viele Projekte verwirklichen können, lobte er den Sachverstand Knippings und bedauerte deren Ausscheiden.

Den Bericht der Rechnungsprüfung für das Haushaltsjahr 2012 legte Heinrich Düring (SPD) dem Gemeinderat vor. Gemeinsam mit Martina Döllner (FDP/FB), Peter Werner (Grüne) sowie Mark Zehe und Michael Melber (CSU) habe man viel Zeit und Arbeit in eine umfangreiche Prüfung investiert. Es seien einzelne Bereiche aufgearbeitet und digital weitergegeben worden. 135 Punkte habe man aufgelistet. Vorgeschlagen wurde unter anderem, mehr Gebrauch vom Skontoabzug zu machen. Sowohl als Zahlender als auch als Rechnungssteller könnte die Gemeinde bei zeitnahen Zahlungsfristen viel Geld einsparen.

Über dieses umfangreiche Werk entfachte sich eine Diskussion, manch einer sprach von einer "Doktorarbeit". Laut Peter Werner (Grüne) diene die Ausarbeitung der "Transparenz für die Gemeinderäte".


Debatte um Rechnungsprüfung


Er verwies auf den langen Zeitraum von eineinhalb Jahren und das teils neue Gremium. Für Michael Melber (CSU) müssten die Punkte schlüssig und nachvollziehbar sein. Man habe vieles ausgeräumt und werde für das Rechnungsjahr 2013 um ein vielfaches weniger an Zeit aufwenden. Mit einer Gegenstimme wurde nach einer Diskussion über den Wortlaut der Beschlussvorlage der Bericht der örtlichen Rechnungsprüfung für die Jahresrechnungen aus 2012 anerkannt.