Der Rücklagenstand Ende 2013 betrug damit vier Millionen Euro. Erfreulich sei auch, dass die Gemeinde seit Jahreswechsel schuldenfrei ist.

Investitionsschwerpunkte lagen Paulus zufolge im Hochwasserschutz, dem Neubau der Kinderkrippe in Westheim, der Erschließung des neuen Baugebiets in Zell, dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Hainert sowie den Dorferneuerungen in Westheim und Eschenau.

Aktuell liegt das Gesamtvolumen des Entwurfes mit 12,4 Millionen Euro um 5,7 Prozent unter den Ansätzen des Vorjahres. Das Volumen des Verwaltungshaushaltes sei mit 9,9 Millionen Euro allerdings so hoch wie nie in den letzten drei Jahrzenten - Tendenz steigend.

Ausgabenschwerpunkte 2014 seien die Abwasserbeseitigung und die Wasserversorgung mit 2,2 Millionen Euro, gefolgt von den Ausgaben im sozialen Bereich, vor allem für den Unterhalt und den Betrieb der Kindertagesstätten sowie der Schule mit insgesamt 1,4 Millionen Euro. Für die Sanierung der Gemeindestraßen sind 260 000 Euro eingeplant.

Der Überschuss des Verwaltungshaushalts, der als Einnahme dem Vermögenshaushalt zugebucht wird, betrage voraussichtlich 920 000 Euro. In den Folgejahren bis 2017 würde sich die freie Finanzspanne trotz weiter deutlich steigenden Personal- und Sachaufwandes auf hohem Niveau einpendeln. Für 2015 würde sich nach jetzigen Gesichtspunkten der Überschuss auf 883 000 Euro, 2016 auf 970 000 Euro und 2017 auf eine Million Euro belaufen.

Leistungsfähige Gemeinde

Paulus verwies auf die Aussagekraft dieser Zahlen: Trotz deutlich steigender Verschuldung und Schuldendienst für Zins und Tilgung bleibt Knetzgau auch nach 2017 hinaus leistungs- und zahlungsfähig.

Der Vermögenshaushalt liegt mit 2,44 Millionen Euro fast genau eine Million Euro unter dem Ansatz 2013. Grund dafür sei die intensive Generalsanierung der Dreiberg-Schule, die im nächsten Jahr beginnt. In den Summen des Vermögenshaushalts der folgenden Jahre zeige sich die Tragweite dieser Maßnahme: 2015 sind 8,67 Millionen Euro und im folgenden Jahr 7,1 Millionen Euro veranschlagt.

Die ersten Kreditaufnahmen sind ab 2015 vorgesehen. Nach Aufzehrung der Rücklagen ist kommt das erste Darlehen mit 1,75 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt laut Paulus dann 270 Euro. In 2016 müssten die Investitionen durch weitere Kredite (2,35 Millionen Euro) finanziert werden; die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 640 Euro. Paulus verwies auf die Verschuldung im Landesdurchschnitt, die 1100 Euro beträgt. Nach dem Abschluss der Schulsanierung dürfte sich die Situation 2017 entspannen. Dann könnten laut Bürgermeister wieder über 1,26 Millionen Euro der Rücklage zugeführt werden.

Investitionssummen in 2014 sind unter anderem für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Hainert (Restsumme 200 000 Euro), die Sanierung der Dreiberg-Schule (200 000 Euro) und die Dorferneuerung in Westheim mit Badgasse und Eschenauer Straße (175 000 Euro) vorgesehen.

"Bedenkenträger, die nach dem Haar in der Suppe suchen, werden sicherlich auch bei ihrer Suche den einen oder anderen Erfolg verbuchen können", äußerte sich Paulus zum Haushalt 2014.

Stellungnahmen aus den Fraktionen

Der Gemeinderat stimmte der Haushaltsplanung zu und nahm wie folgt Stellung: Für Mark Zehe (CSU-Fraktion) erfüllt sich eine zentrale Forderung seiner Fraktion. Die Konzentration liege voll auf der Schulsanierung. Der Haushaltsplan spiegle im Ansatz das Ergebnis eines Kassensturzes wieder, der seitens der CSU gefordert wurde.

Robert Beetz (CWG-Fraktion) bezeichnete den Entwurf als positiv und solide. Die mittelfristige Finanzplanung bis 2017 gehe in die richtige Richtung, müsse jedoch bei einigen Positionen (Gebühren) vom Gemeinderat überdacht werden.

Heinrich Düring (SPD-Fraktion) wünschte sich höhere Kostendeckung. Eine gewisse Sicherheit in der Finanzplanung sei der hohe Einkommensteueranteil, der mit 2,5 Millionen Euro fast ein Viertel des Verwaltungshaushalts ausmache. Er freute sich über die Kraft der mittelständischen Betriebe, die die Gewerbesteuer zeigt.

Bernhard Jilke (FDP/Freie Bürger-Fraktion) sieht vernünftige Ansätze. Um den Schulstandort zu sichern, sei es notwendig, Kredite aufzunehmen. Jürgen Männling von der Ausschussgemeinschaft Junge Liste/Grüne fand, Investitionen für Möblierung im Ratssaal oder im Umfeld des Schiffermastes seien zu überdenken.

Bürgermeister Stefan Paulus informierte noch über die Erweiterung für "Höret II". Es werden erste Daten eingearbeitet, die im September/Oktober detailliert vorgestellt werden. Die Erschließung für 15 Bauplätze soll bis Frühjahr/Sommer 2015 abgeschlossen sein.

Die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG Knetzgau darf ihre Produktions- und Lagerflächen erweitern und für den Neubau eines Kompaktlagers eine Halle mit 35 Meter Höhe errichten.