"Super", "sehr schön", "interessant und aufschlussreich" - das war immer wieder von den Besuchern zu hören. Diese waren am Sonntagnachmittag überaus zahlreich im Rats- und Kultursaal erschienen, um die Geschichte der Gemeinde Knetzgau - dargestellt in Bildern - zu bestaunen. Diese hatte der Knetzgauer Hilmar Schenk in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt. Unterstützung bekam er durch den Gemeindearchivar Gerhard Thein mit Informationen aus den Archiven zum Ersten und Zweiten Weltkrieg und von Bürgermeister Stefan Paulus (CWG/SPD). Letzterer zeigte sich voll des Lobes für die beiden Hauptverantwortlichen. Er habe die Ausstellung gerne unterstützt, zumal ihm die überwältigende Resonanz zeige, dass die Heimatgeschichte den Knetzgauern sehr am Herzen liegt.


Herzensangelegenheit

Für Hilmar Schenk ist es durchaus eine Herzensangelegenheit, die Geschichte seines Heimatortes in Bildern fest zu halten. Seit vielen Jahren ist er auf der Suche nach Bildmaterial. Durch die Unterstützung der Knetzgauer Bevölkerung hat er ein umfangreiches Sammelsurium an Bildern zusammengetragen. Begonnen hatte seine Sammelleidenschaft, als er über seine eigene Familie einen Stammbaum für die Nachkommen erstellt hatte. Der Gemeindearchivar Gerhard Thein hatte mit ihm Kontakt aufgenommen und gemeinsam mit Unterstützung durch Paulus die Idee für eine Ausstellung geboren.


300 Bilder

Die Erfahrungen beim Sammeln waren für Hilmar Schenk sehr positiv: "Die Leute waren gerne bereit, Bilder zur Verfügung zu stellen". Er ist sich auch sicher, dass die einen oder anderen Bilder noch im Verborgenen schlummern. 300 Bilder - manche Bilder wurden ihm leihweise überlassen - von Teilnehmern aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, von Kommunionfeiern um die Jahrhundertwende und später, von Häusern, Gebäuden und vielem mehr hat der 55-Jährige für die Ausstellung ins Din-A4-Format vergrößert und archiviert. "Es war ein Versuch, der gut angenommen wurde", zeigte er sich erfreut, obwohl er mit so viel Ansturm gar nicht gerechnet hatte.

Jung und Alt machte sich auf die Beine, und teilweise gab es kaum ein Durchkommen im Rats- und Kultursaal. "Das hat alles sehr viel Mühe und Arbeit gemacht" zeigte sich Robert Ruß voll des Lobes für die Ausstellung. Robert Ruß (90 Jahre) und Hans Rüttinger (94) sind die ältesten noch lebenden Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs, die nicht nur die Bilder über diese Zeit bestaunten. Die Kriegserinnerungen sind für beide durchaus lebhaft. Ruß könnte ein ganzes Buch über seine Erlebnisse schreiben, wobei für ihn nicht der Krieg, sondern die Hungersnot in Gefangenschaft am schlimmsten war, wie er sagte.
Von Obertheres aus machte sich Hans Männling als "Halb Knetzgauer" auf den Weg zur Ausstellung. "Es ist hervorragend aufgemacht", lobte er die Ausstellung und freute sich, durch Zufall auf ein Bild seiner Großeltern nebst Vater gestoßen zu sein. So ging es dem einen oder anderen Besucher, der sich auf eine Zeitreise - beginnend ab dem Ersten Weltkrieg - machte und auf Angehörige gestoßen ist. So gab es neben Hilmar Schenk auch den einen oder anderen älteren Menschen, der der jüngeren Generation gerne Aufschlüsse über so manches Bild gab.

Die Ausstellung war ein gelungener Auftakt, die nach Wiederholung ruft - vielleicht auch über mehrere Tage. Geplant, so Hilmar Schenk, ist eine Chronik über die Teilnehmer und Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, verbunden mit der Geschichte und Entstehung des Kriegerdenkmals. Für die Schuleröffnung nach Abschluss der laufenden Sanierungsarbeiten wird ebenfalls eine Ausstellung mit Schul- und Kommunionbildern vorbereitet.