Bei der Jahresabschlusssitzung des Sander Gemeinderates am Dienstagabend wurde mit Klaus Ullrich ein Gemeinderat offiziell verabschiedet, der über zwei Jahrzehnte am Ratstisch saß. Im Mai 1996 erstmals auf der Liste der Aktiven Jungen Bürger gewählt, war er durchgehend bis zu seinem Ausscheiden aus persönlichen Gründen im Juli 2018 zuletzt für CSU/Freie Sander Wähler aktiv.

Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) hob hervor, dass Ullrichs berufliche Kompetenz als Bauingenieur während dieser 22 Jahre in zahlreichen Bauvorhaben sehr gefragt war. "Sein Wort hatte immer Gewicht", sagte Ruß. Ein besonderes Anliegen war Ullrich der Aufzug im Rathaus. Bei den Haushaltsberatungen pochte er immer darauf, dass ein Ansatz dafür gebildet wurde und das Thema nicht in Vergessenheit geriet. Als dann ein passendes staatliches Förderprogramm aufgelegt wurde, wurde nicht nur der Aufzug realisiert, sondern auch neben der Modernisierung der Verwaltung der Eingangsbereich des Rathauses barrierefrei gestaltet. Als einer, der sich durch langjährige Tätigkeit als kommunaler Mandatsträger verdient gemacht hat, wurde Ullrich bereits vor zwei Jahren vom bayerischen Innenminister mit einer Dankurkunde geehrt.

Ebenfalls eine besondere Leistung vollbrachten vier Blutspender, die während der Sitzung von Anne Grimmer, der Rot-Kreuz-Bereitschaftsleiterin, geehrt wurden. Stolze 125 Mal hat Waltraud Büttner Blut gespendet. Auf 50 Spenden können Erwin Hillenbrand und Alexander Krines zurückblicken sowie Michael Hammer auf 25 Mal. Diese Sander Bürger gehörten zu den 3,5 Prozent der Deutschen, die unentgeltlich und freiwillig an den Blutspenden teilnehmen und damit potenzielle Lebensretter seien, erklärte Grimmer.

In seinem Jahresrückblick resümierte Bürgermeister Bernhard Ruß, dass im Jahr 2018 in neuen Gemeinderatssitzungen und 13 Ausschusssitzungen weit über 200 Tagesordnungspunkte behandelt wurden. Kräftig improvisiert werden musste im Frühjahr bei der Renovierung des Rathauses, als die Verwaltung vorübergehend in die Schule umzog. "Ich habe dabei einen guten Part erwischt, denn ich hatte ein Klassenzimmer mit drei Kanapees für mich alleine", schmunzelte der Bürgermeister. Insgesamt kostete die räumliche und organisatorische Veränderung im Rathaus rund 520 000 Euro, einschließlich der Kosten für den neuen Aufzug.

Für ein kommendes großes Projekt, nämlich den Neubau der Kinderkrippe, wurden bereits acht Gewerke im Wert von 728 000 Euro vergeben. Gerade in der heutigen Zeit, in der es schwierig ist, überhaupt Handwerker zu bekommen, sei es erfreulich, dass die Ausschreibungsergebnisse im Kostenrahmen blieben, so Ruß. Das 1,6 Millionen Euro teure Vorhaben wird mit insgesamt 762 000 Euro vom Staat bezuschusst.

Die Fortschreibung der Bauleitplanung und die Anpassung der Verkehrsregelung für den ruhenden Verkehr waren weitere Punkte, die in diesem Jahr bewältigt wurden. Durch die Versetzung des Ortsschildes am westlichen Ortseingang kann nun auch die Gestaltung für den Kreisel etwas freier geplant werden, da sich dieser jetzt innerorts befindet.

Insgesamt befand Ruß: "Wir können zu Recht stolz auf unseren Ort und unsere Gemeinde sein. Denn durch das Zusammenwirken aller konstruktiven Kräfte haben wir unser Sand zu einem lebens- und liebenswerten Ort weiterentwickelt."