Die Dorferneuerung in gleich drei Gemeindeteilen ist zurzeit in Burgpreppach das große Thema. Am Sonntagabend hatte Bürgermeister Hermann Niediek zu einer Bürgerversammlung in die Turnhalle des TSV Burgpreppach eingeladen. Aber auch Bescheide über Verbesserungsbeiträge für die Abwasserbeseitigung standen auf der Tagesordnung.

Auf den Abend hatte sich der Bürgermeister, wie er sagte, schon lange gefreut, denn endlich konnte er die lang erwartete Schlussabrechnung für die Baumaßnahmen zur Verbesserung des Kanals Hainbachschiene eröffnen. An diesem Strang des Abwassernetzes hängen die Gemeindeteile Burgpreppach, Ibind, Fitzendorf, Hohnhausen und Leuzendorf. Gemeinderat Markus Schorn machte anhand von Zahlenlisten transparent, wie sich die Kalkulation für die Endbescheide gestaltet, die in den nächsten Tagen verschickt werden sollen.


Neue Ansätze

Im März 2012 wurden seinen Worten zufolge Vorauszahlungsbescheide verschickt, die für die Grundstücksfläche 1,60 Euro je Quadratmeter beinhalteten und für den Quadratmeter tatsächlicher Geschossfläche 13,50 Euro nannten. Inzwischen seien, so Schorn, die Bauvorhaben abgeschlossen, die tatsächlich entstandenen Kosten seien jetzt bekannt und die endgültige Zuweisung von Zuschüssen sei klar. So konnten die Beitragshöhen für jedes einzelne Grundstück jetzt genau festgelegt werden.

Für die Grundstückflächen werden 1,21 Euro je Quadratmeter fällig, also 0,39 Euro weniger als im Vorbescheid, und für die Geschossflächen 17,92 Euro, also ein Mehr von 4,42 Euro. Markus Schorn gab eine Zusammenschau der Baumaßnahmen und legte dar, dass die Abrechnung den gesetzlichen Zuordnungsvorgaben entspreche, Schmutzwasser also der Geschossfläche und Regenwasser der Grundstücksfläche. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass sich die Bürger bei ihren individuellen Bescheid betreffenden Fragen an Berthold Schuller in der Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim wenden könnten.


Bürger zahlen 3,77 Millionen Euro

Die Gesamtkosten für die Verbesserung belaufen sich auf 6,866 Millionen Euro, abzüglich 944 000 Euro Straßenentwässerungsanteil. Zuschüsse und Beihilfen in Höhe von 2,15 Millionen Euro auch noch abgezogen bleiben 3,77 Millionen Euro ungedeckter Aufwands übrig, der auf die Grundstücks- und Geschossflächen umgelegt werden muss. Gebaut worden seien neue Kläranlagen, Durchlaufbecken, Mischwasser-, Stauraum- und Verbindungskanäle, Regenüberlaufbecken und vieles anderes mehr. Außerdem seien Kosten für Grunderwerb angefallen.


Auftakt in Hohnhausen

Den Planungsstand hinsichtlich der Dorferneuerung stellte Bürgermeister Niediek vor. Dass integrierte ländliches Entwicklungskonzept (ILEK), Gemeindeentwicklungskonzept und Bürgerwerkstätten hätten ein Konzept erarbeitet, nach dem für die Gemeindeteile Hohnhausen, Burgpreppach und Ibind eine generelle Dorferneuerung angeordnet werde. Der Anfang soll in Hohnhausen gemacht werden mit Straße und Kastanienplatz sowie Feuerwehrplatz und Schwimmbad. Aber auch Einzelmaßnahmen von Bürgern am eigenen Anwesen könnten gefördert werden.

Das Gemeindeoberhaupt zählte auf, wofür die Gemeinde in den letzten drei Jahren Fördermittel bekommen habe, nämlich für die Notsicherung der Schlossmühle, den Breitbandausbau, den Masterplan, den Abriss der alten Gebäude Böswillibald, den Dorfladen und künftig für die Dorferneuerung.

Bei den Ortsdurchfahrten in allen drei Gemeindeteilen könne man für die Randbereiche mit Fördermitteln aus der Dorferneuerung rechnen, was die Kosten für die Anlieger senken wird. Für weitere Konzepte zur Gemeindeentwicklung wie Rathausplatz oder Platz am Kriegerdenkmal in Burgpreppach seien EU-Fördermittel über dem Landwirtschaftsfonds "Eler" zu erwarten.

Als gute Nachricht stellte Niediek am Ende der Versammlung in Aussicht, dass in vier Wochen der Fahrradweg nach Gemeinfeld mit einem Brückenfest eingeweiht werden kann.