Auch bei der Arbeit des Kreisjugendrings Haßberge ist nichts wie es einmal war. Geschäftsführer und Kreisjugendpfleger Frank Kupfer-Mauder stellt sich zusammen mit seinem Team den Herausforderungen der Corona-Zeit und versucht, mit kreativen Lösungsansätzen das Beste aus der Situation zu machen zum Wohl der Kinder und Jugendlichen.

Vieles war geplant und stand bereits in den Startlöchern, als die Krise begann. So zum Beispiel die neunte Ausgabe der Haßberger Spieletage, die dieses Jahr in Hofheim stattfinden sollten. Auch die Jugendbegegnungsfahrt nach Israel, die für die Pfingstferien geplant war, fiel ins Wasser.

Stattdessen waren die Mitarbeiter der kommunalen Jugendarbeit, die Angestellte beim Landratsamt Haßberge sind, gefordert, in der heißen Corona-Phase die Mannschaft des Gesundheitsamtes zu verstärken. Neben dem Tagesgeschäft in der Jugendarbeit - das freilich wesentlich geringer als üblich ausfiel- brachten sich Frank Kupfer-Mauder, Tamara Gräb, Anja Schneider, Elke Lurz und Theresa Fleischmann bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen Infizierter ein.

"Wir finden es schade, dass es momentan so wenig Möglichkeiten für die Kinder gibt", bedauert Kupfer-Mauder. Sport, Musik und andere Aktivitäten seien für viele Jugendliche ein eigenes Lebensfeld, gewissermaßen ein Ausgleich zum normalen Familienleben. Auch sei das für die Erarbeitung der Sozialkompetenzen sehr wichtig, so der Kreisjugendpfleger: "Wir sind dabei, unser Angebot quasi von null wieder Schritt für Schritt aufzubauen."

Ein erster Ansatz ist dabei das "Spielmobil to go". Während sonst das Spielmobil bei seiner Reise durch den Landkreis während den Ferien zahlreiche Spielmöglichkeiten an Bord hatte, sind jetzt Rollenrutsche, Kettcar, Kugelbahn und Co. eingemottet. Um so mehr freuten sich die jungen Besucher, wenigstens für zu Hause eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bekommen.

Dieser Tage kamen Erzieherin Tamara Gräb und der ehrenamtliche Helfer Jonas Erickson damit nach Zeil. Sie haben in der Fachwerkstadt natürlich unter der Einhaltung der Hygienevorschriften an rund 40 Kinder eine Überraschung verteilt. Die Stofftasche enthielt Bastelmaterial, Rätsel und eine Spielvorlage, mit dem sich der Nachwuchs dann daheim die Zeit vertreiben konnte.

Langweilig wird es aber auch den Mitarbeitern im Büro des KJR nicht. Online-Schulungen werden angeboten und Vorstandssitzungen aus der Ferne gehalten.

In der Verwaltung Liegengebliebenes wird aufgearbeitet und schließlich gilt es auch, die Kontakte aufrechtzuerhalten. Für das Ferienprogramm wird ein neues Konzept erarbeitet, damit die Kinder in den Sommerferien wenigstens ein bisschen Spaß haben können.

Nicht zuletzt hat Kupfer-Mauder ab Juli auch seine Nachfolgerin einzuarbeiten. Zum 30. September verlässt der Oberwerrner nach fast 18 Jahre den Landkreis Haßberge und orientiert sich beruflich neu. Ab Oktober wird er die Geschäftsführung des Caritasverbandes Schweinfurt Stadt und Land inne haben.

"Mir hat es immer sehr gut im Landkreis Haßberge gefallen, und die Arbeit hat auch viel Spaß gemacht", erklärt der Diplom-Pädagoge, der dennoch eine neue berufliche Herausforderung sucht. Mit Schweinfurt hat er zudem einen Arbeitsplatz gefunden, der sich näher an seinem Heimatort befindet.

Eva Pfeil übernimmt

Keine Unbekannte im KJR Haßberge ist die künftige Leiterin. Eva Pfeil, die derzeit noch bei der kommunalen Jugendarbeit in Bamberg beschäftigt ist, war schon in der Vergangenheit Teil des Teams um Frank Kupfer-Mauder. Die Sozialpädagogin wird dann ab Herbst als KJR-Geschäftsführerin und Kreisjugendpflegerin wieder zurückkehren.