In London beginnen die olympischen Spiele erst Ende Juli - in Ebern durften am Samstag mehr als 100 kleine Sportler schon einmal ihr Können zeigen: Der städtische Kindergarten "Regenbogen" trug bei seinem Sommerfest eine Olympiade aus.

Mit Stationen auf dem gesamten Platz verteilt, galt es, fünf Disziplinen zu bewältigen: Hochsprung, Weitsprung, Weitwurf, Hindernislauf und 50-Meter-Lauf. Damit das alles reibungslos klappte, hat sich das Team des städtischen Kindergartens alle Mühe gegeben.


Von langer Hand geplant



Nadine Dressel vom Erzieherteam erzählte, dass "die Organisation grob bereits vor einem viertel oder halben Jahr begonnen hat. Intensiv wurden die Vorbereitungen dann vor circa vier Wochen.”

Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Nancy Wolf, deren Tochter Leya an der Olympiade teilnahm, lobte die Veranstaltung schon zu Beginn: "Mir hat es bisher super gefallen. Wir waren zwar erst bei einer Station, aber schon von der Organisation und dem gesamten Platz her, gefällt es mir sehr gut. Er ist sehr schön und sehr sauber.” Und der fünfjährigen Leya ging es genauso. Sie hatte schon den Hochsprung hinter sich gebracht und wartete nun mit den anderen Kindern der "Bienengruppe” darauf, Weitwerfen zu dürfen. Dass es bisher schon einmal viel Spaß gemacht hat, stand in jedem Fall für sie fest.

Genau das war auch das Hauptanliegen der Veranstalter. Karin Lang, eine der Erzieherinnen an der 50-Meter-Lauf Station, betonte: "Im Vordergrund steht der Spaß am Sportfest.” Und ihre Kollegin Nadine Dressel ergänzte: "Klar, die gemeinsamen Spiele stärken das Gemeinschaftsgefühl; die Gruppe gewinnt zusammen. Aber am wichtigsten ist natürlich der Spaß!”


Begeistert bei der Sache



Der war nicht nur für die Kinder garantiert, sondern auch für die Eltern und die Veranstalter, weiß Karin Lang. "Na klar, es macht immer Spaß mit den Kindern. Man sieht ja, wie begeistert sie bei der Sache sind und auch die Eltern sich mit den Kindern freuen und sie anfeuern, wenn sie wie hier neben der Bahn stehen.”

Daher veranstaltet der Kindergarten Regenbogen so ein Sportfest zwar "in Unregelmäßigkeiten Abständen, aber immer mal wieder”, erklärte Karin Lang. "Als 2006 die WM in Deutschland war, hatten wir zum Beispiel ein Fußballturnier. Und dieses Jahr, mit Olympia, bietet sich das natürlich wieder als Motto an.”

Und genau wie bei den echten olympischen Spielen verlangten die Disziplinen den Kindern einiges ab. Sich beim Hürdenlauf über eine Bank ziehen, durch Tunnel kriechen, über einen Sack voll mit Bällen balancieren oder Hochsprung aus dem Stand. Doch die Kinder meisterten diese Herausforderungen wie echte Profis und erzielten wirklich sportliche Leistungen.


Über die Zwei-Meter-Marke



Der sechsjährige Lukas hat es beim Weitsprung am Ende gar auf 2,10 Meter geschafft und sich dafür einige "Ahs” und "Ohs” aus der Reihe der Zuschauer verdient. Aber auch mit seiner Leistung bei den anderen Stationen war er mehr als zufrieden und erzählte stolz: "Ich war der Beste im Hochsprung!” Dass er dafür aber auch einen kleinen Trick hatte, verriet er auch noch: "Ich hab einfach ganz viel Anlauf genommen.”

Sogar die Krippengruppe - der jüngste Teilnehmer unter den "Mäusen” war noch nicht einmal zwei Jahre alt - schlug sich wacker, wie Karin Lang erzählte: "Das sind unserer kleinsten Sportler, aber oho!”, lachte sie.
Zwar haben die Erzieherinnen und Erzieher Zeiten, Höhen und Weiten gemessen, jedoch waren die sportlichen Ergebnisse an diesem Nachmittag eher zweitrangig. Schließlich erhielt jeder der insgesamt über 100 Kinder am Schluss eine Medaille, eine Urkunde sowie eine kleine Stärkung. Eben passend zum "wahren olympischen Geist” : Dabei sein ist alles.