Dass die Lebenshilfe Ebern viel zu bieten hat, dessen wurde sich am Freitag bei der Jahreshauptversammlung auch Zweiter Bürgermeister Harald Pascher (FDP) nach eigenem Bekunden wieder einmal bewusst. "Was hier alles läuft, verdient Respekt" lobte er die Mitarbeiter und den Vorstand der Lebenshilfe. "So viel mach ich mit meinen Kindern nicht", stellte er nach dem Jahresrückblick der Tagesstättenleiterin Isabell Kuhn und der Erzieherin Martha Miener fest.

Zu den vielfältigen Veranstaltungen der Lebenshilfe in Ebern gehörten diverse Ausflüge in und um Ebern oder ins Schullandheim, aber auch viele Aktionen im eigenen Haus. So feierten die behinderten Kinder zusammen mit Ehemaligen, Angehörigen, Freunden und Spendern ein Gartenfest, bei dem auch das neue Gartenhaus eingeweiht wurde. "Jetzt sind endlich alle Sachen für draußen auch draußen", stellte Isabell Kuhn erleichtert fest. "Das erleichtert uns die Arbeit hier sehr, es gibt kein ständiges rein und raus mehr."

Unterstützung in vielen Bereichen

Dass die Lebenshilfe Ebern viel Unterstützung erfährt, wurde bei der Versammlung ebenso deutlich. So berichteten die Mitarbeiter beispielsweise, dass am Freitag früh "vom treuen Helfer Heinz" noch schnell zwei Spezialbrillen bei ihnen abgegeben wurden, damit die Kinder die Sonnenfinsternis sehen konnten. "Er hätte im Internet 80 Euro dafür haben können, stattdessen hat er sie uns gebracht", freute sich Martha Miener.

Ein weiteres Highlight im vergangenen Jahr war der Besuch auf dem Verkehrsübungsplatz in Knetzgau. Dort konnten die Kinder ihren Unterricht in Verkehrserziehung mit praktischen Übungen abschließen. "Das wird immer wichtiger, wir nehmen ja auch immer wieder am öffentlichen Straßenverkehr teil", resümierte Isabell Kuhn. Auch das "Ferienabenteuer", das in Zusammenarbeit mit der Stadt Ebern angeboten wurde, bestätigte die Lebenshilfe in ihrer inklusiven Arbeit.

Mit Wohlfühlgarantie

Rachilde Neugebauer, die Geschäftsführerin, stellte in ihrem Rückblick fest, dass sich die Lebenshilfe in Ebern richtig wohl fühle. Die Zusammenarbeit zwischen der eigenen Schule und der Tagesstätte, aber auch zwischen den anderen ortsansässigen Schulen und der Lebenshilfe sowie auch zwischen Stadt und Lebenshilfe stimmten einfach, meinte sie. So wollen die Verantwortlichen die offenen und inklusiven Angebote der Lebenshilfe noch ausbauen. Dazu gehört das "Ferienabenteuer". Außerdem steht in diesem Jahr die turnusgemäße Beteiligung am Weihnachtsmarkt an.

Bei den Neuwahlen des Vorstands ergaben sich dann einige Änderungen, vor allem eine Senkung des Altersdurchschnitts. Die größte Änderung ist, dass Kassier Manfred Gessner nicht mehr zur Wahl antrat. "Es wird einfach einmal Zeit, dass junge Leute rankommen", erklärte er. Immerhin hatte er das Amt 42 Jahre lang ausgeführt.

Umzug war Herausforderung

Dafür hat er in dieser Zeit auch einiges mit der Lebenshilfe mitgemacht. "Das größte Projekt, das ich finanziell zu stemmen hatte, war sicher der Umzug von Unterpreppach nach Ebern", so Gessner. Es habe Spaß gemacht und ihn habe die Arbeit der Lebenshilfe einfach interessiert, gab der frühere Bankdirektor zu. Sein Nachfolger ist der 25jährige Julian Ehret. "Mal schauen, ob ich es auch 42 Jahre lang aushalte", schmunzelte der.

Mit Manfred Gessner gingen auch die langjährigen Kassenprüferinnen Ute Zinner (nach 36 Jahren) und Marion Zang (nach 24 Jahren). "Ihre Kassenprüferinnen schätzen es, dass Sie als Mitglied der reiferen Generation noch mit Karteikarten umgehen konnten", sagte der Vorsitzende Hans-Werner Steger zur Arbeit des Kassiers und seiner Kassenprüferinnen." Aber auch sonst verriet Steger in einer kurzweiligen Abschiedsrede einige kleine Details aus den letzten vier Jahrzehnten.

Dass die Mitarbeiter und Kinder sich über Besuche von Herrn Gessner freuen, das machten sie in einem eigens für ihn gedichteten Lied deutlich und sangen "Wir wolln sie wiedersehen. Es war so schön".

Das Wahlergebnis

Die Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Hans-Werner Steger, Zweite Vorsitzende Kristin Jahn, Geschäftsführerin Rachilde Neugebauer, Kassier Julian Ehret und Schriftführerin Peggy Porzner. Beisitzer sind Heike Reinwand, Ute Saße und Marita Weidner und als Kassenprüfer fungieren Christina Dittmann und Ingrid Tropsch.