Wie angekündigt, fand am vergangenen Samstag das Ökumenische Vorbereitungstreffen von Frauen aus den Dekanaten Haßfurt, Ebern und Rügheim zum Weltgebetstag (WGT) statt, zu dem in diesem Jahr in das Katholische Pfarrheim in Limbach eingeladen worden war.
In den Monaten zuvor hatte sich ein Team von Frauen (Rosemarie Endreß, Doris Geuß, Adelheid Karg, Elfriede Schneider und Charlotte Seitz) auf diesen Nachmittag vorbereitet, um bei dem Treffen die Geschichte und Schönheiten des Landes sowie die Gottesdienstordnung den Anwesenden vorzustellen. Gleich zu Beginn erhielten die weit über hundert Teilnehmerinnen die entsprechenden Unterlagen. Für die musikalische Unterstützung sorgte Regina Karg; sie stellte die Lieder aus der Gebetsordnung vor und begleitete sie abwechselnd mit Keyboard oder Querflöte. Als Referent hatte man Norbert Engel aus Bamberg gewonnen, der zum einen das Land, zum anderen seinen Verein "mabuhay - Kinderhilfe Philippinen", dessen Vorsitzender er ist, vorstellte.
Der von einem Helferkreis vorbereitete Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, was die ungebrochen hohe Anziehungskraft an dieser ökumenischen Veranstaltung beweist. Elfriede Schneider freute sich über diese tatkräftige Unterstützung und begrüßte eingangs insbesondere eine Gruppe von vier Philippinas, die sich extra für diesen Nachmittag auf den Weg nach Limbach gemacht hatten. Und schon bald erfüllte ein gemeinschaftliches "Mabuhay" den Saal, was soviel bedeutet wie "Willkommen", "Hab ein langes Leben", aber auch "Zum Wohl" oder "Hurra".


Landinformation und Kinderhilfe

Norbert Engel berichtete mitreißend von seinen persönlichen Eindrücken, die er bei Besuchen auf den Philippinen erlebt hatte und verknüpfte diese mit einer reichhaltigen Bilderschau, welche den Anwesenden Land und Leute näherbrachte. Fotografien von Naturschönheiten und der üppigen Vegetation konnten aber nicht über die sichtbare Armut hinwegtäuschen, die fast die Hälfte der Einwohnerschaft betreffen. Zudem erläuterte Engel die bestehende Altersstruktur, sprach von Religionszugehörigkeiten, Währung und Jahreszeiten. Im Laufe des Nachmittags wurden diese Ausführungen noch von Mitgliedern des Vorbereitungsteams entsprechend ergänzt.
Seinem Verein "Mabuhay" widmete der Referent den zweiten Teil seiner Ausführungen und stellte dabei schwerpunktmäßig die vier Säulen der Kinderhilfe Philippinen vor. Es handelt sich dabei um Bildung, Ernährung Wohnen und Gesundheit. Anhand eines mitgebrachten Flyers können interessierte Teilnehmerinnen sich noch näher informieren. Diesen Verein finanziell zu unterstützen, war auch der Vorschlag für die Kollekte am Ende der Veranstaltung, welche die beachtliche Summe von 620 Euro erbrachte.
Während der Kaffeepause hatten die Teilnehmerinnen unter anderem reichlich Gelegenheit, die Produkte des "Weltladens Eltmann" zu erkunden und einen Blick auf die bunt gestaltete "Mitte" zu werfen, die wie immer mit landestypischen Materialien gestaltet wird und im Laufe des Nachmittags bestimmte thematische Erweiterungen erfährt.


Gebetstagsordnung

Im zweiten Teil des Nachmittags ging es im Wesentlichen um die Gebetstagsordnung, die man Stück für Stück durcharbeitete und in unterschiedlicher Weise mit Texten, Anspielen und sonstigen Gestaltungshilfen vorstellte. Dabei zog sich das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg durch das Programm und setzte immer wieder deutliche Akzente. Dabei stand zunächst der biblische Text mit Auslegung im Vordergrund. Pfarrerin Martina Posekardt stellte heraus, "dass die Letzten den Ersten gleichgestellt werden, auch wenn sie eine sogenannte Neiddebatte anstoßen". Das Gleichnis ist für die Predigerin sozusagen "eine Inszenierung der Gerechtigkeit im Reich Gottes". Das zentrale Anspiel zum Thema "Arbeiter im Weinberg" macht noch einmal sichtbar, worum es in dieser biblischen Geschichte geht. Ist das denn fair, was der Besitzer des Weinberges tut? Diese Frage bewegte noch eine Zeit lang die Gedanken der Besucher.
Der weitere Verlauf folgte dann üblicherweise der Gebetstagsordnung, und es wurden dabei traditionell jene Lieder gesungen, die im Rahmen des Gottesdienstes Verwendung finden. Immer wieder wurden die Teilnehmerinnen auch aufgefordert, bei einem kleinen Tanz mitzuwirken, was das Einüben von Text und Melodie sehr zuträglich war. Ein fiktives Interview mit drei Philippinas stellte die Verbindung zwischen der Weltgebetstagsordnung für die Gottesdienste Anfang März und den zahlreichen Umsetzungsmöglichkeiten her, welche das aufschlussreiche Arbeitsbuch bietet.
Als ein besonders eindrückliches Element dieses Nachmittags kann der "Erntetanz" bezeichnet werden: Einige Frauen bewegten sich mit großen Schalen, die kleine mit Reis gefüllte Tüten enthielten, mit anmutigen Bewegungen durch den Raum und verteilten die verpackten Reisportionen an alle Anwesenden.
Wie wichtig der Reis als Grundnahrungsmittel auf den Philippinen ist, wurde noch einmal sehr deutlich, als die "Mitte" durch eine stilisierte Reispflanze ergänzt wurde.
Gedanken zum Titelbild, das in einer Art Puzzle vorgestellt wurde, folgten noch einmal Schritt für Schritt der zentralen Frage des Weltgebetstags "Was ist denn fair?"
Mit Fürbitten - mitgestaltet von einer Gruppe Frauen aus Westheim -, mit Sendung und Segen ging der informative Nachmittag seinem Ende entgegen. Die Besucherinnen können nun bei der Vorbereitung des Weltgebetstags in ihren eigenen Gemeinden aus einer Vielfalt von Ideen schöpfen und in geeigneter Weise umsetzen.