Die Frühjahresexkursion des Freundeskreises Vorgeschichte Schweinfurt, organisiert von dem Knetzgauer Roland Spiegel und Günther Reiß, führte eine große Zahl Interessierte aus umliegenden Vereinen, wie des Historischen Vereins Landkreis Haßberge und des Heimatvereins Eltmann, im Mai auf den Bullenheimer Berg.

Ausstellung in Iphofen

Einer breiteren Bevölkerung bekannt wurde der Bullenheimer Berg (Landkreis Kitzingen) durch eine Ausstellung 2012 in Iphofen. Bei der Exkursion gingen die Teilnehmer zu den Fundorten der Exponate.

Der Bullenheimer Berg ist der Anfang einer Kette von mehreren stark befestigten, urnenfelderzeitlichen Höhensiedlungen wie dem Schwanberg, der Vogelsburg und dem Großen Knetzberg (Landkreis Haßberge/Knetzgau), die den Steigerwald auf seiner westlichen Seite vom Süden nach Norden umlagern.
Aufgrund seiner Erforschung und der geborgenen Funde, die aus einer Zeit bis vor 3500 Jahren in das Licht der Aufmerksamkeit zurückfanden, hat der Bullenheimer Berg in der Region wohl zur Zeit die bedeutendste Rolle. Unter fachkundiger Führung von Margarete Klein-Pfeuffer, Mitherausgeberin des Buches "Mythos Bullenheimer Berg", tauchten die Besucher in die Vergangenheit ein und löschten ihren Wissensdurst.

Durch die Weinberge

Der Aufstieg erfolgte am Westhang des Berges durch die Weinberge hinauf. Erste Station war die Kunigundenkapelle. Diese spätgotische Kapelle ist mit einer Sage verbunden: Kaiserin Kunigunde soll sich etwa vor 1000 Jahren mit ihrem Gefolge im abendlichen Wald verirrt haben.

In ihrer Verzweiflung versprach sie, an der Stelle, an der sie wieder auf Menschen stoßen werde, eine Kapelle zu erbauen. Kurz darauf sah sie einen Lichtschein von Bullenheim herauf und vernahm das Läuten der Abendglocke. Die Stelle ist der heutige Standort der Ruine.

Nach dem ergiebigen Genuss der Aussicht vom "Bullenheimer Paradies" herab in das Maintal und in den Uffenheimer und Ochsenfurter Gau ging es weiter zur rundherum wallumwehrten "Höhenfestung". Nach Überwindung der Wallanlage tauchten die 50 Besucher in die Fluten der Vorgeschichte, durch die sie Margarete Klein-Pfeuffer sachkundig lotste.

Bauphasen, Wallabschnitte, Fundplätze, Funde und deren Bedeutung ließen die Bewunderung über die frühen Bewohner der Region, von vor 3500 Jahren an, nicht abreißen. Jungneolithikum, Frühbronzezeit, Mittelbronzezeit, Spätbronzezeit, Latenezeit und Mittelalter wurden auf der Exkursion über das Hochplateau durchschritten.
Bedauerlich: Der Bullenheimer Berg ist in den 1970er Jahren stark von illegalen Schatzsuchern mit Minensuchgeräten geplündert worden.

Der spätnachmittagliche Abstieg endete in der Weinscheune am Fuße des Berges, dort löschte die Gruppe ihren körperlichen Durst und Hunger.