Vom Windatlas hat inzwischen wohl jeder schon einmal etwas gehört, der Begriff Grabungsatlas allerdings ist neu und dürfte im ersten Augenblick Schatzsucher und Archäologen aufhorchen lassen. Doch das ist nicht die Zielgruppe, die die bayerischen Vermessungsämter mit dem neuen Instrument bedienen wollen.

Laut Michael Brehm, Wirtschaftsförderungsreferent des Landkreises, wurde der Grabungsatlas 2011 freigeschaltet. "Die Kommunen sollen auf dieser Plattform ihre geplanten Tiefbaumaßnahmen eintragen", sagt er. Außerdem soll der Grabungsatlas die Leerrohre verzeichnen, die zum Teil in der Vergangenheit schon verlegt worden sind. Wer in absehbarer Zeit Leitungen verlegen muss, um etwa ein Windrad oder eine Solaranlage ans Netz anzuschließen oder die Bandbreite der Internetverbindungen zu erhöhen (Glasfaserkabel), sieht auf dem Portal der Bayerischen Landesvermessungsverwaltung auf einen Blick, wo er sich teure Grabungen möglicherweise sparen kann: weil bereits gegraben wird oder gegraben wurde.

Ein Beispiel aus der Zeit vor dem Grabungsatlas ist die Fernsteuerung der Mainschleusen in Ottendorf, Knetzgau, Limbach und Viereth. Um die Daten nach Haßfurt zu übertragen, wurde ein Glasfaserkabel verlegt. Dazu mussten die Bagger nur an wenigen Stellen anrücken, denn die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mietet sich in ein Leerrohr ein, das beim Bau der Maintalautobahn neben der Straße verlegt worden war.

Brehm hofft, dass solche Synergieeffekte häufiger möglich werden, wenn das Portal zuverlässig "gefüttert" wird. Derzeit ist die Oberfläche eher spärlich befüllt. Zu sehen sind unter anderem die Baustelle des Radweges zwischen Wonfurt und Horhausen und ein Leerrohr, das beim Bau des Radweges zwischen Knetzgau und Oberschwappach im Boden verbuddelt wurde. Zu finden sind die Daten im Internet (unter: www.gdi.bayern.de).