Und weil "lauter" (lutere) eigentlich für sauber steht, fordert das Wasserwirtschaftsamt seit Jahren Nachbesserungen, da der Reinigungsgrad der bestehenden Klärteiche nicht ausreicht. Am Dienstag stellte der Chef des Technischen Büros Werner (TBW), Peter Ruck, fünf Lösungsvarianten vor.

Das Gremium entschied sich bei einer Gegenstimme (Bernhard Hümmer, CSU) für die billigste Lösung: den Einbau einer Scheibentauchkörper-Anlage, wie sie schon für Pettstadt realisiert wurde. Nur viel größer. Hinzu kommen im Gemeindebereich noch diverse Rückhaltebauwerke. Rund 685 000 Euro werden dafür fällig.
Bis zum Jahresende soll die Planung nun erstellt und die Maßnahme bis Dezember 2015 umgesetzt werden. "Es ist unumgänglich, dass bei der Abwasserbeseitigung etwas passiert", würgte Bürgermeister Jochen Steppert (CSU) eine nochmalige Grundsatzdiskussion über die Notwendigkeit einer Nachbesserung gleich zu Beginn ab, da er tags zuvor nochmals beim Wasserwirtschaftsamt in Bad Kissingen vorgesprochen hatte. "Wir müssen jetzt die wirtschaftlichste Lösung finden, die für Kirchlauter verträglich abzufinanzieren ist."

Peter Ruck erläuterte das Ergebnis der ersten Untersuchungen seines Büros aus Eltmann. "Der Kanal reicht nicht mehr aus und ein Teich der bestehenden Anlage liegt im Wasserschutzgebiet der Veitensteingruppe." Deswegen schließe das Wasserwirtschaftsamt auch den Bau eines weiteren, dritten Teiches aus.
"Was tun?", fragte Ruck und lieferte die Antwort prompt hinterher: "Einen Teich außer Betrieb nehmen und durch eine technische Anlage ersetzen." Tauchkörper wie in Pettstadt, nur wesentlich größer.
Die Kosten schätzte der TBW-Chef auf 685 000 Euro. Ein Nachteil sei die immer wieder notwendig werdende Klärschlamm-Entsorgung.

Weitere Varianten, die das Technische Büro untersucht hatte, waren der Anschluss an die Kläranlage Appendorf über die Hasenmühle und Kottendorf (Kosten: 976 000 Euro), der Anschluss an die Kläranlage Eltmann-Ebelsbach (996 000 Euro), die Erweiterung der bestehenden Abwasserteiche (710 000 Euro) und der Bau einer eigenständigen Kläranlage (1,5 Millionen Euro).Die Rückhaltebecken im Ortsbereich seien in jedem Fall erforderlich, erklärte Ruck.

Für Bürgermeister Steppert schieden mehrere Varianten aus. "Bei der Lauterer Kläranlage steht auch eine Sanierung an und es macht auch keinen Sinn, das Abwasser 50 Meter hoch über den Berg in Richtung Neubrunn zu pumpen." Eine eigenständige Kläranlage scheitere an den hohen Kosten und bei zusätzlichen Klärteichen stelle sich die Frage, ob sie überhaupt genehmigt würden und wie es in zehn Jahren ausschaue? Der Gemeinderat rang sich trotz mancher Bedenken zu einer Entscheidung durch und stimmte für Tauchkörperanlage.