30 Bewohner und zehn Beschäftigte des Altenheims St. Elisabeth in Ebern sind am Norovirus erkrankt. Drei der Senioren liegen seit 2. Januar im Krankenhaus und erhalten Infusionen. Mit diesen Informationen bestätigt das Diakonische Werk Bamberg, der Träger der Einrichtung in Ebern, entsprechende Informationen unserer Zeitung.
Für die Betroffenen bestehe keine ernsthafte Gefahr, und die Erkrankungswelle, die mit schwallartigem Erbrechen und Durchfall einhergeht, klinge bereits wieder ab, sagt Wolfgang Streit, der Leiter der Altenhilfe beim diakonischen Werk. Weitergehende Gerüchte, wonach 14 Personen im Krankenhaus lägen und das Seniorenzentrum geschlossen werden musste, "kann ich in keiner Form bestätigen". "Von einer Evakuierung des Hauses war nie die Rede", stellt auch Annemarie Stadter, die Leiterin des Hauses in Ebern mit 68 Bewohnern und 62 Mitarbeitern, fest: "Wir leben alle noch."

Gesundheitsamt war vor Ort


Am Mittwoch, 4. Januar, waren Vertreter des Gesundheitsamtes Haßfurt und Lebensmittelkontrolleure vor Ort, haben die hygienischen Verhältnisse im ganzen Haus, insbesondere im Küchenbereich untersucht. Dort seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. "Alles in Ordnung", bestätigt Walter Wohlfromm, der Leiter des Gesundheitsamtes in der Kreisstadt. Vieles deute darauf hin, dass das Virus von außen eingeschleppt wurde.
Im Vergleich zu Salmonellen verschwindet das Norovirus rasch wieder, erläutert Wohlfromm. Die Inkubationszeit, also die Zeit bis zum Ausbrechen der Symptome, gibt er mit ein bis zwei Tagen an; nach etwa vier Tagen sollte die Krankheit abgeklungen sein. "Auch in Ebern ist dieser Verlauf zu erwarten", beruhigt Wohlfromm, der allerdings wegen der leichten Übertragbarkeit auf Schutzmaßnahmen verweist.

Das Norovirus


Symptome:Plötzlich auftretender Durchfall und Erbrechen, die zu erheblichen Flüssigkeitsverlusten führen können. Die Erkrankung verläuft meist kurz und heftig und klingt nach zwei bis drei Tagen wieder ab.
Auftreten: Besonders gefährdet sind Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen aller Art, in Heimen, Kindertagesstätten, aber auch Krankenhäusern und Schulen.
Meldepflicht: Der Nachweis von Noroviren ist in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Übertragung: Die Viren werden über den Stuhl oder Erbrochenes ausgeschieden und durch Schmierinfektion oder Niesen übertragen.
Gefahr:Bei Senioren, Kindern und geschwächten Menschen könnte der Flüssigkeitsverlust gefährlich werden.
Behandlung: Bisher gibt es kein spezielles Medikament gegen die Infektion; allenfalls die Symp tome können ausgeglichen werden. Konsequente Hygiene versperrt aber die Infektionswege - die wirksamste Waffe gegen Erreger.