Weil beide Begehren das jeweilige Quorum erreichten, was Sprecher der Bürgerinitiative schon als Erfolg für sich verbuchten, entschied das Ergebnis der Stichfrage. Und dies eindeutig: 72 Prozent sprachen sich für die Solidargemeinschaft aus.
Auf wie viele Schultern werden die Kosten der rund vier Millionen Euro teuren, neuen Kläranlage verteilt? Um diese Frage ging es beim ersten Bürgerentscheid im Markt, der am gestrigen Sonntag in manchen Ortschaften bis zu 90 Prozent (in Fitzendorf) der Wahlberechtigten zur Abstimmung lockte.
Der Konflikt war klar: Scheren Fitzendorf und Leuzendorf aus der Solidargemeinschaft aus, was die Antragsteller aus beiden Orten mit dem Bürgerentscheid erreichen wollten, wird es für die Kanalbenutzer aus der Kerngemeinde, aus Ibind und Hohnhausen entsprechend teurer.
Eine Kampfabstimmung unter Dörfern also? Nicht nur. Denn die tiefe Kluft, die seit Jahren mitten durch den Marktgemeinderat geht, spielte bei dieser Abstimmung auch eine Rolle.
Doch die Ergebnisse zeigten schnell einen klaren Trend: Burgpreppach 207 für das Ratsbegehren, zwölf für das Bürgerbegehren, Ibind hundert Prozent für das Ratsbegehren bei einer Wahlbeteiligung von 88 Prozent. Hundert Prozent gab es auch in Fitzendorf - allerdings für das Bürgerbegehren (56 von 56 Stimmen). Anders in Leuzendorf: 66 für das Bürgerbegehren, 15 für das Ratsbegehren. In Hohnhausen waren 88 für das Ratsbegehren, nur zwei dagegen. In Gemeinfeld zeichnete sich ein knappe Mehrheit für das Ratsbegehren ab. Ueschersdorf: 45 Stimmen für das Bürgerbegehren, nur neun für das Ratsbegehren.