Er fand gleich zwei Mal besondere Erwähnung: Rolf Ospel wurde am Donnerstagabend zu Beginn der Bürgerversammlung im Gasthaus Greiffenklau als einziger Einwohner aus Buch begrüßt.
Zum Ende stellte ihn Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) als leuchtendes Vorbild hin - als Mitglied der Ehrenamtsbörse. "Ein schrecklicher Begriff", wie Ospel findet.
Doch den Bürgermeister fasziniert diese Initiative: "Bürger helfen Bürgern" - kostenlos: Ob's ums Babysitten geht, um Einkaufsfahrten, ums Rasenmähen, Handarbeiten oder einfach nur Vorlesen. Die 17 Mitglieder der Aktion sind stets bereit. Rolf Ospel, der aus der Eifel stammt, und über Nürnberg und Bamberg seinen Altersruhesitz in Buch fand, hat sich auf Kleinreparaturen spezialisiert. Er hilft, wo's notwendig ist.
Seit 1983 lebt der ehemalige Mitarbeiter des Überlandwerks und der Energieversorgung Oberfranken (ÜWO und EVO) mit seiner Familie in Buch. Von Anfang an hat er mit angepackt, als es um Sanierung des alten Brauhauses ging. "Das war eine gute Investition, auch wenn es noch mehr genutzt werden könnte." Jetzt sollen alle von seinen handwerklichen Fertigkeiten profitieren. Ein Anruf bei der Koordinatorin der Ehrenamtsbörse, Helga Susyk, Telefonnummer 0175/7968726, reicht.
Der Zusammenhalt passt also in der Gemeinde. Fand auch der Bürgermeister. Und dies zeigte sich auch bei der Bürgerversammlung. Wie schon zwei Tage zuvor in Memmelsdorf gab es keinerlei kritische Anmerkungen zur Gemeindepolitik. Gerade mal eine Nachfrage. Das war's schon. Nicht anders in Memmelsdorf.
Nicht einmal beim "brisanten Thema Wasserversorgung", wo Dietz zunächst selbst Öl ins Feuer zu gießen schien. Denn der Zusammenschluss der Rohrsysteme von Untermerzbach und Memmelsdorf, dessen Kosten auf 550 000 Euro geschätzt wird, betrifft die Gereuther nur indirekt: Sie müssen mitzahlen.
Sowohl bei den Ergänzungsbeiträge (98 Cent je Quadratmeter Geschossfläche, neun Cent Grundstücksfläche) wie auch über den Wasserpreis, der um 50 Prozent erhöht wird.
"Gereuth hängt zwar an der Pfarrweisacher Anlage, wird aber von Untermerzbach aus betreut", begründete Dietz den Zusammenhang. Seit 1998 sei Gereuth "in der Solidargemeinschaft mit dabei". Dietz: "Das Rohrsystem gehört zu Untermerzbach." Und durch diese Rohre fließt bald auch das Geld für die Maßnahmen in Untermerzbach und Memmelsdorf, wo die Brunnen saniert werden sollen. Die rund 35 Zuhörer nahmen's ohne Murren zur Kenntnis. Dies galt auch für die Tatsache, dass keine Windräder im Gemeindegebiet geplant sind. Stattdessen im Lichtensteiner Wald in unmittelbarer Nachbarschaft. "Zwei links der Straße von Buch nach Lichtenstein und zwei rechts davon", wie der Bürgermeister anhand einer Karte darlegte.
Ausführlich ging Dietz auf die teils gravierenden Wasserverluste ein, wobei er für Gereuth schon Entwarnung gab. "Wir haben schon einen deutlichen Hinweis bekommen, woran es liegen könnte." Ansonsten führte er die Verluste auf Rohrbrüche, Kanalreinigungen, Störungen im Hochbehälter aber auch unberechtigte Entnahmen aus Hydranten zurück.