Einen schnellen Fahndungserfolg melden die  Pressestelle des Polizeipräsidiums Würzburg und die Staatsanwaltschaft Bamberg nach einem Tankstellenüberfall in Haßfurt am Montagvormittag (24. August 2020): Der Überfall, der sich am helllichten Tag ereignete,  sorgte in der Kreisstadt für einiges Aufsehen. Ein zunächst unbekannter Mann erbeutete in der Walther-Tankstelle in der  Hauptstraße Bargeld in vierstelliger Höhe. 

Doch der Täter kam nicht weit. Bereits kurze Zeit später konnte laut Pressemitteilung vom Mittwochvormittag ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Der 46-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die Würzburger Polizeibeamten und die Staatsanwaltschaft schildern den Tathergang wie folgt: Gegen 11.20 Uhr betrat der unbekannte Mann die Tankstelle in der Zeiler Straße und forderte unter Vorhalt einer Schusswaffe Bargeld von der Kassiererin. Die Angestellte folgte der Aufforderung und entnahm der Kasse einen vierstelligen Betrag. Daraufhin trat der Unbekannte mit dem Bargeld zu Fuß seine Flucht an. Eine sofort eingeleitete Fahndung zahlreicher Einsatzkräfte der Polizei führte wenige Minuten später zur Festnahme eines Tatverdächtigen. Der 46-Jährige trug einen Rucksack mit dem erbeuteten Bargeld und einem Schreckschussrevolver bei sich.

Täter stammt aus dem Kreis Bamberg

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg wurde der Mann aus dem Landkreis Bamberg am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete. Die Kriminalpolizei Schweinfurt übernahm  die weiteren Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bamberg gegen den 46-Jährigen. Der Mann hat sich wegen schwerer räuberischer Erpressung zu verantworten. Er wurde zwischenzeitlich einer Justizvollzugsanstalt überstellt.

Es handelte sich bereits um den dritten Überfall auf die Tankstelle binnen weniger Jahre.  Ein weiterer Vorfall hatte sich im April 2015 abends gegen 22 Uhr ereignet.  Ein zunächst Unbekannter bedrohte die Kassiererin mit vorgehaltenem Messer und forderte die Herausgabe von Bargeld. Die Kassiererin  erlitt damals einen Schock. Im Juli 2014 waren unbekannte Einbrecher in der Nacht über ein Kippfenster in eine andere Haßfurter Tankstelle eingestiegen, hatten gewaltsam eine massive Stahltür aufgebrochen und etwa 400 Stangen Zigaretten und einige hundert Euro Bargeld erbeutet.

Mit rund 300 Euro Beute in einer Plastiktüte flüchtete der Täter im Schutze der Nacht, konnte aber im Zug einer Großfahndung noch am selben Abend gefasst werden. Er gestand diesen und drei weitere Überfälle auf Tankstellen, unter  anderem auch in Ebelsbach. Der damals 21-Jährige wurde  im Jahr 2016 vor dem Landgericht Schweinfurt zu drei Jahren Haft verurteilt. Zudem musste er sich einer Drogentherapie unterziehen.

Opfer leiden jahrelang

Auch der aktuelle Überfall führte dank der beherzten Reaktion des Personals und des schnellen Ausrückens der Polizei dazu, dass die Handschellen rasch klickten. Doch zurück bleiben laut Schilderung einer Betroffenen Angst, Schrecken und Schlaflosigkeit. Die Frau aus dem Süden des Landkreises Haßberge will eigentlich nicht mit der Presse sprechen, schüttet dann aber doch ihr Herz aus: „Alle fragen nach solchen Vorfällen  immer nach der Beute und dem Sachschaden. Aber keiner denkt daran, was den Opfern bei solchen Überfällen  angetan wird.“ Ängste, Unsicherheit und Alpträume verfolgen einen monate- oder jahrelang, weiß sie aus eigener Erfahrung. 

Und dann schildert die Frau  die, so wörtlich,  „Idiotie mancher Leute“, die sich noch einen Spaß aus der Sache machen. Wegen der Corona-Bestimmungen ohnehin maskiert, würden diese in den Kassenraum  kommen und „Überfall“ oder „Geld her“ rufen. Billige Scherze, die beim Personal übelste Assoziationen hervorrufen. Sofort sind die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit wieder präsent. Noch schlimmer, wenn Kunden mitten in der Nacht mit Scream-Masken auftauchen und Horror verbreiten. „Die Leute wissen gar nicht, was sie anderen da psychisch antun.“

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