"Was das Wichtigste in unserer Schulzeit war? Die Klassengemeinschaft!" Für Sarah Feilhauer, Sophie Ludwig und Anna-Lena Müller steht fest: "Im Team schafft man alles, in einer angenehmen Umgebung fällt alles leichter, und gemeinsam lernt man besser." Alle drei Mädchen gingen in die 10b, alle drei machten ihre Mittlere Reife an der Dr.-Auguste-Kirchner Realschule, und allen dreien gelang der selbe Notendurchschnitt 1,41: Sie sind Schulbeste.

Krankenhaus, Praxis, Landratsamt

Nun trennen sich ihre Wege. Die 16-jährige Sarah Feilhauer aus Wagenhausen macht eine Ausbildung zur Krankenschwester am Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt. "Ich hatte dort ein Praktikum absolviert, und mir hatte es gut gefallen", sagte sie am Rande der Abschlussfeier im "Silberfisch" (Betreuungszentrum) am Schulzentrum in Haßfurt.
"Anschließend möchte ich mich zur OP-Schwester weiterbilden."

Ihre gleichaltrige Schulkameradin Anna-Lena Müller aus Haßfurt hat sich ebenfalls einen medizinischen Beruf ausgesucht. "Ich habe ein Praktikum in der Radiologie Schweinfurt gemacht und mich entschlossen, dort eine Ausbildung zur Medizinisch-technischen Radiologie-Assistentin zu beginnen", erzählte sie. Die Dritte im Bunde, Sophia Ludwig aus Wülflingen (16), hat die Empfehlung der Arbeitsagentur beherzigt und wird im Herbst im Landratsamt in Schweinfurt antreten, um Verwaltungsfachangestellte zu werden.

Unter all den Schul- und Klassenbesten ist Dominik Österling aus Sand der einzige junge Mann. Er hat die 10a als Bester mit 1,7 verlassen und wechselt auf das Regiomontanus-Gymnasium. "Die Schule zu besuchen ist besser, als zur Arbeit zu gehen", gab er an, "außerdem hat man dort mehr Freizeit." Doch das ist nicht der einzige Grund, nochmals drei Jahre die Schulbank zu drücken. "Ich weiß zwar noch nicht was, aber ich möchte gerne studieren", erklärte der 17-Jährige. "Lernen macht mir einfach Spaß."

Dass alle Schüler ihren Abschluss in der Tasche haben, haben sie ihrem Leistungswillen sowie den Bemühungen ihrer Lehrer und Eltern zu verdanken. Das ging aus den Reden der Schülersprecher André Schmidt und Felix Keßler, der Elternbeiratsvorsitzenden Alexandra Achter, der Konrektorinnen Christine Gehringer und Christine Rottmann, des Schulleiters Ulrich Fischer und des stellvertretenden Vorsitzenden des Zweckverbandes Schulzentrum, Bürgermeisters Rudi Eck, hervor.

Jetzt über der Ziellinie

Ulrich Fischer verglich den Weg an der Realschule mit einem Marathonlauf. "Ihr habt die Ziellinie erhobenen Hauptes überschritten, auch wenn mancher einen Umweg ging, manchmal Steine im Weg lagen und Steigungen und Gegenwind zu überwinden waren." Nun könnten sie viele Dinge selbst entscheiden und Verantwortung tragen. "Ich hoffe, dass wir Euch als junge Menschen in einen neuen Lebensabschnitt entlassen, die gerne im Team arbeiten, die Entscheidungsfreude mit Einfühlungsvermögen verbinden und denen wir auch Werte wie Respekt gegenüber den Mitmenschen, Toleranz, Hilfsbereitschaft und noch einiges mehr vermitteln konnten."

Rudi Eck meinte, "einen Tipp habe ich für Sie: Bei uns im Landkreis gibt es viele innovative Firmen und schlagkräftige Handwerksbetriebe, die Händeringend nach guten Mitarbeitern und Fachkräften suchen. Ihre Heimat braucht Sie", sagte er. "Mir und dem Landrat liegt sehr am Herzen, unseren jungen Menschen im Haßbergkreis eine berufliche Zukunft zu bieten und zu zeigen, dass diese vor der eigenen Haustüre liegt. Darum meine große Bitte: Schauen Sie sich bei Ihrer beruflichen Planung ganz genau bei uns im Landkreis um. Sie werden überrascht sein von dem Angebot!"