Bürger von Haßfurt und Umgebung aufgepasst: Am Dienstag, 9. April, kommt die Fernsehsendung "Jetzt red i" des Bayerischen Rundfunks (BR) nach Haßfurt. Wer Kummer mit Behörden oder Fragen an die große Politik hat, kann sich bei der Aufzeichnung in der Stadthalle in Haßfurt, die um 19 Uhr beginnt, zu Wort melden. Die Themen und Probleme werden dann bei der Ausstrahlung der Sendung am 24. April um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen den Politikern und Verantwortlichen im Studio live vorgetragen, wo sie Rede und Antwort stehen müssen.
"Wir freuen uns, dass der Bayerische Rundfunk wieder einmal in Haßfurt zu Gast ist", sagte Bürgermeister Rudi Eck bei der Vorstellung der Sendung am Dienstagabend im Rathaus in Haßfurt. "Ich war selbst einmal in den 1970er Jahren Redner bei dieser Sendung, die in der Turnhalle des TV Haßfurt aufgezeichnet wurde", erinnerte er.
"Damals war ich noch nicht Mitglied des Stadtrates, gehörte aber einer Bürgerinitiative an, die den Bau eines Freibades forderte und schließlich durchsetzte." Heuer könne das Freizeitzentrum mit Freibad und Eishalle sein 25-jähriges Bestehen feiern.

Probleme lösen

"Unsere Sendung kann die Welt nicht verändern", sagte Margot Waltenberger-Walte, die Leiterin der Redaktion des BR. "Aber ab und zu gelingt es doch, Probleme, deren Lösung häufig seit Jahren hinausgeschoben wird, zu einer Entscheidung zu bringen." Denn das Ziel sei es, verantwortliche Amtsleiter oder Politiker vor einem breiten Fernsehpublikum mit den Anliegen der Bürger zu konfrontieren; ob es sich nun um Zuschussfragen, strittige Behördenentscheidungen oder individuelle Konflikte mit offiziellen Stellen handele. "Wir versuchen, Themen zu transportieren, die an übergeordneter Stelle gelöst werden können beziehungsweise müssen", erläuterte die Redaktionsleiterin. "Themen, die von Bürgermeister und Stadtrat oder dem Landrat gemeistert werden können, stehen bei uns nicht im Fokus." Schließlich solle die Sendung Menschen in ganz Bayern interessieren. Es zeige sich aber auch immer wieder, dass auch hinter scheinbar "kleinen" Dingen ein bedeutsamer und diskussionswürdiger Kern stecken könne. Deshalb sei alles, was auf einen Missstand hinweise oder auch nur zum Nachdenken anrege, ein Thema für "Jetzt red i". Das einzige, was nicht zugelassen werde, seien persönliche Anfeindungen und Nachbarschaftsstreitigkeiten, erklärte sie.

In der Sendung sind die Bürger die Hauptakteure, und das Fernsehen stellt nur seine Technik und die redaktionelle Erfahrung zur Verfügung. "Es ist die Chance eines jeden Einzelnen, das, worüber er sich schon seit langem Gedanken macht, vor einem großen Publikum vorzubringen", betonte Florian Kienast, der als Ansprechpartner für die Themen zuständig ist. "Und mit der gleichen Überzeugungskraft und dem Temperament, mit dem er sein Anliegen im Saal vorträgt, kommt es dann später auch über den Fernsehschirm."

Konfliktherde

Der Bürgermeister Rudi Eck könnte sich vorstellen, dass der Bauernverband über Konflikte mit der Erzeugung regenerativer Energie in der Haßfurter Biogasanlage sprechen wird. Unter anderem stelle sich ja die Frage, wer die Flurwege, die durch übergroße Transporter beschädigt würden, wieder herstelle. Angeblich sei bereits ein Flurweg gesperrt worden, was sich auf die örtlichen Landwirte negativ auswirke. Auch sei Sylbach besonders belastet, weil hier viele dieser Transporter durch den Ort fahren. Wie Eck mitteilte, ist es nicht sinnvoll, die Forderung nach der Barrierefreiheit des Haßfurter Bahnhofs anzusprechen. "Denn der Haushalt 2013 bis 2018 steht bereits, ohne dass Haßfurt in die Planung aufgenommen wurde", sagte er. Er könne verstehen, dass zunächst der Schweinfurter Hauptbahnhof berücksichtigt werde.

Für Margot Waltenberger-Walte ist es wichtig, dass sich die Bürger bereits jetzt mit ihren Anliegen an den BR wenden. Wer ein Thema habe, das er in der Sendung zur Sprache bringen wolle, sollte eine Mail an jetzredi@br.de oder ein Fax an 089/38067653 senden oder sich bei Florian Kienast unter Ruf 0176/24261289 melden, bittet die Redaktionsleiterin.

Jeder, der sich bei "Jetzt red i" zu Wort melden will, bekommt sicher eine Eintrittskarte. Redner müssen ihre Eintrittskarte am Montag, 8. April, zwischen 16 und 19 Uhr in der Stadthalle in Haßfurt persönlich abholen. Zuschauer bekommen jeweils eine Karte am 8. April um 19.30 Uhr in der Stadthalle in Haßfurt. Die Karten sind umsonst und die Erfahrung zeigt, dass so gut wie jeder mit einer Karte rechnen kann. Die Aufzeichnung am 9. April (Dienstag) dauert ungefähr zwei Stunden. Aus den vielen zu erwartenden Themen wählt die Redaktion meistens sieben Beiträge für die Live-Sendung aus, in der die jeweils Verantwortlichen Stellung nehmen müssen. Die Sendung wird in Haßfurt von Tilmann Schöberl moderiert. Die Moderation im BR-Studio übernimmt Andreas Bönte.