Völlig unerwartet, aber mit Nachdruck haben sich Stadträte der CSU, der SPD und der Wählergemeinschaft (WG) in der Sitzung am Montagabend zur Städtebauförderung geäußert. Sie wollen - und bekommen laut Beschluss - ein Citymanagement. Es wurde in die Bedarfsmeldung an die Regierung von Unterfranken aufgenommen.

Seit über 30 Jahren meldet die Stadt Projekte an, die sie im folgenden Jahr umsetzen möchte und für die sie 60 Prozent der förderfähigen Kosten aus dem jeweils geltenden Städtebauförderprogramm beantragt.

Dabei sollten die Vorhaben, für die die Stadt auch selbst Mittel in ihren Haushalt einstellen muss, konkret formuliert werden. Heuer standen 10.000 Euro für vorbereitende Maßnahmen (Projektfonds für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept, Isek), 150.000 Euro für Grunderwerb in der Altstadt, 225.000 Euro für Ordnungsmaßnahmen (barrierefreier Straßenbelag) sowie Kosten für die Beratung im Plan.

Private Bauherren erhalten Geld

Der öffentlich-private Projektfonds zielt darauf ab, privates Engagement und private Finanzressourcen zur Funktionsstärkung und Entwicklung von Stadt-, Orts- und Stadtteilzentren zu aktivieren. Zugleich eröffnet er die Möglichkeit, finanzielle Mittel im Erneuerungsgebiet in lokaler Verantwortung einzusetzen. Er finanziert sich je zu 50 Prozent von privater Seite sowie durch das Städtebauförderungsprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren".

Hat der Stadtrat die Bedarfsermittlung früher immer durchgewunken, so meldeten sich diesmal Michael Weber und Michael Schlegelmilch (CSU) wie Stephan Schneider (SPD) und Reiner Schuster (WG). Sie alle wollen einen Citymanager, der Isek begleitet. Weil aber in der Bedarfsermittlung keine Kosten dafür eingestellt waren, befürchteten sie, dann auch keine Fördermittel zu erhalten.

Halbe Million Euro reicht doch aus

Bürgermeister Rudi Eck zeigte sich überrascht. "Seit über 30 Jahren ist die Bedarfsermittlung Routine und noch nie hat es eine Diskussion darüber gegeben", sagte er. Die Projekte seien ja nicht festgeschrieben. Jedes für sich werde im Stadtrat eigens behandelt. Die Gesamtkosten von 495.000 Euro würden auf jeden Fall ausreichen. Erst als Reiner Schuster meinte: "Was spricht dagegen, in die sonstigen Kosten ein Citymangament aufzunehmen? Dann ist der Käs' gessen", wurde die Forderung der Stadträte eingefügt und einstimmig beschlossen.

Nach einem aufwändigen Verfahren entstand für fünf Bauplätze in Wülflingen ein Bebauungsplan. Der Stadtrat billigte das allgemeine Wohngebiet "Hundsrück", nachdem die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange abgeschlossen war.

Die Einwände einer Anwohnerin, die ein höheres Verkehrsaufkommen im Altensteiner Weg und im Klosterweg sowie eine spätere Beteiligung an dem Ausbau des Klosterwegs befürchtet und eine andere Straßenführung wünschte, wurden nicht anerkannt. "Es kann zwar ein höheres Verkehrsaufkommen durch Pkw entstehen", erklärte Robert Barth, Leiter der Bauverwaltung. "Dafür aber sinkt das Verkehrsaufkommen durch landwirtschaftliche Fahrzeuge", die Zufahrt zu den Äckern werde verlegt. Die Bürgerin werde an den jetzigen Ausbaukosten nicht beteiligt.

Die Ortsstraße nach Norden zu verlegen, sei unwirtschaftlich; hier gibt es einen Feldweg. Auf die Aussage des Flurbereinigungsamtes, die neue Bauplätze widersprächen den Zielen der Dorferneuerung, meinte Barth: "In Wülflingen ist ein Bedarf an Grundstücken vorhanden, der nicht durch Bauflächen im Altort gedeckt werden kann."