Sein T-Shirt ist Programm. "Natürlich natürlich" steht auf dem grünen Kleidungsstück, das er am Samstagabend trug. "Natürlich natürlich" ist sein persönliches Lebensmotto und seine politische Philosophie. "Die Natur bietet uns alles, was wir zum Leben brauchen", sagt Lewin über sich und seine Lebenseinstellung.

Da passte es gut, dass am Samstagabend der Landesvorsitzende seiner Partei, Dieter Janecek, in einem ähnlichen grünen T-Shirt nach Haßfurt gekommen war, um bei der Nominierung von Matthias Lewin dabei zu sein. Bündnis 90/Die Grünen stellten den 47-jährigen Knetzgauer als ihren Direktkandidaten für die Landtagswahl 2013 im Stimmkreis Haßberge/ Rhön-Grabfeld auf.

Über 20 Parteimitglieder und -freunde waren am Samstagabend in das Gasthaus "Zum Hirschen" nach Haßfurt zur gemeinsamen Nominierungsversammlung der beiden Kreisverbände Haßberge und Rhön-Grabfeld gekommen. Die elf Delegierten beriefen Lewin einstimmig zu ihrem Direktbewerber im Stimmkreis, der den kompletten Landkreis Haßberge sowie etwa zwei Drittel des Gebietes des Nachbar-Landkreises Rhön-Grabfeld umfasst.

CSU-Bewerber ist Favorit


Als Direktkandidat wird Lewin wohl keine Chancen haben, in den Landtag gewählt zu werden. Klarer Favorit ist der CSU-Bewerber Steffen Vogel, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Haßberge. Vogel ist bereits nominiert. Aber über die Liste seiner Partei könnte Lewin in das bayerische Parlament kommen. Dabei ist entscheidend, welchen Platz er auf der unterfränkischen Liste seiner Partei erhält.

Derzeit haben die unterfränkischen Grünen zwei Abgeordnete im Landtag (Simone Tolle und Thomas Mütze). Das heißt: Platz eins und Platz zwei haben bei der Landtagswahl 2008 einen Sitz im Parlament für die Grünen bedeutet. Auf welchem Platz Lewin 2013 antreten darf zur Wahl, steht noch nicht fest. Ihre Liste stellen die Grünen erst im März auf. Sicher ist allerdings schon, dass er maximal Platz zwei erreichen kann. Denn Platz eins, Platz drei, platz fünf und so weiter sind für Frauen reserviert. Die Männer kommen auf die geraden Platzzahlen. Nach eigenen Angaben muss Lewin mit mehreren Bewerbern aus den anderen unterfränkischen Kreisverbänden um den aussichtsreichsten Platz, um Rang zwei, konkurrieren.

Energiewende und soziale Gerechtigkeit


Die Inhalte der Grünen für die kommenden Wahlen (im Herbst 2013 wird auch noch der Bundestag gewählt) sind mit zwei Schlagworten schnell geschildert: Energiewende und soziale Gerechtigkeit. "Die Energiewende wird zentrales Thema" im Wahlkampf, kündigte Grünen-Landesvorsitzender Dieter Janecek in Haßfurt an. "Wir haben große Verantwortung" für Mensch und Natur, sagte er, und müssen zeigen, dass die Energiewende funktioniert. Janecek ist überzeugt davon.

Die Energiewende müsse rasch vorangetrieben werden, forderte Landtagskandidat Matthias Lewin. "Mit grünen Konzepten kann es gar nicht schnell genug gehen", sagte er. "Wir können das, und wir wollen das." Schwarz-Gelb könne das nicht und wolle das nicht, rügte er die Regierungen in Berlin und München. Er möchte für die Menschen eine Politik gestalten, die die Gesellschaft nachhaltiger, solidarischer, demokratischer und gerechter macht. Konkret nannte er zwei Ziele: Lewin fordert einen Nationalpark im Steigerwald, und er tritt für sauberes Recycling ein. Damit meint er, dass ein Wiederaufarbeitungsbetrieb wie Loacker in Wonfurt ohne Beeinträchtigungen für Mensch und Natur laufen muss.

Rita Stäblein, Kreisvorsitzende aus Eltmann, fasste die Wahlziele so zusammen: "Wir wollen den politischen Wechsel."