Regional- oder Großbrauerei, kann man das geschmacklich unterscheiden? Und was kann man vom Deutschen Reinheitsgebot tatsächlich halten? In einer Dokumentation des Fernsehsenders ZDF gingen die Reporter diesen und anderen Fragen nach. Die Ergebnisse waren mitunter überraschend: So konnten einige einheimische Bamberger, die als Bier-Tester fungierten, nicht unterscheiden, ob Pils-Biere von Großbrauereien wie Beck's oder Bitburger stammten oder vom Discounter (Aldi, Norma) oder aus Franken (im Test war die Rede vom Lieblingsbier der Franken und es wurde Kulmbacher genannt).

Der Zeiler Braumeister Franz-Josef Göller hat die ZDF-Reportage gesehen und fand sie inhaltlich zu undifferenziert. Dass Biere aus Großbrauereien ähnlich schmecken, sei nicht überraschend.
Aber die Testbedingungen in der Doku waren unklar: Welche Temperaturen hatten die Biere? Laut Göller sollten die Getränke bei solchen Verköstigungen Zimmertemperatur haben. Bei niedrigen Temperaturen entfalten sich etliche Aromen erst gar nicht.

Zu kaltes Bier und zuviel davon

Soll heißen: Bei drei oder vier Grad Celsius schmecken viele Biere alleine wegen der Temperaturbedingungen gleich. Außerdem sollten nie mehr als fünf Biere verköstigt werden. "Sonst schmeckst du nichts mehr", sagt Göller. In der Dokumentation wurden zehn Biere gereicht.

Außerdem wurde in der ZDF-Sendung das Reinheitsgebot untersucht und erklärt, dass das eher eine Marketing-Sache sei, denn das angebliche Reinheitsgebot von 1516 heiße seit 1993 Biergesetz. So seien Hilfsstoffe wie Kieselgur oder der Kunststoff PVPP (Polyvinylpolypyrrolidon) erlaubt. Dass der Anschein erweckt würde, diese Stoffe würden dem Bier zugesetzt (und es somit verunreinigen), kritisiert Franz-Josef Göller: Es handle sich um Stoffe, die bei der Filtration eine Rolle spielen. Sie geben nichts an das Bier ab, sondern nehmen Trüb- und Gerbstoffe aus dem Bier heraus. Dadurch bleibt es länger haltbar. Wer sein Bier lieber trüb trinkt, kann dies dennoch tun: Es gibt auch unfiltriertes Bier.