Cakepops sind in den letzten Jahren zum wahren Backtrend geworden: ein Kuchen am Stiel, der eigentlich mit einem Happen im Mund ist. Bei der Version von Daniela Königer und Claudia Blatt dürfte das jedoch schwierig werden. 53,12 Kilogramm brachte ihr Meisterwerk auf die geeichte Waage und ist damit der größte Cakepop der Welt - sogar mit notarieller Beglaubigung. Damit lösten sie gemeinsam den österreichischen Weltrekordhalter ab. "Sein Cakepop wog gerade einmal 36,9 Kilogramm. Ich habe das nach der Frühschicht gelesen und dachte mir: Das ist doch lächerlich", erklärt Daniela Königer.

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Die Elektrikerin backt unter dem Namen "Dani's Sweet Dreams" leidenschaftlich gerne und gibt Tipps via Videokanal "youtube" und über ihren Blog weiter.

Alles kann gegessen werden

Das österreichische 36,9-Kilogramm-Werk hatte keinen Stiel. "Ein Cakepop ohne Stiel ist doch kein Cakepop", meint Königer. Den Stiel setzten die beiden Frauen bei ihrem Weltrekordversuch auf der Internationalen Tortenmesse "Cake & Bake" in Dortmund in den Fokus. Nicht wie üblich aus Holz, sondern aus reiner Schokolade: pure 4,2 Kilogramm ragten aus der Kugel. Und das ohne jede weitere Stabilisierung. Zehn Stunden lang arbeiteten die beiden Backspezialistinnen an ihrem Werk. Und das war lediglich die Zeit bei der Messe. Schon im voraus backten die beiden den Boden. Jeder 16 Kilo Schoko-Teig nach dem Rezept von Uroma: Biskuitteig mit flüssiger Schokolade. Die Masse für den Cakepop wurde aus dem zerbröselten Kuchenteig und Schokolade zusammengeklebt. In der runden Form blieb das Ganze nur, weil die beiden Frauen ihre Zwischenergebnisse mit Frischhaltefolie fixierten und immer wieder kühl stellten. "Es ist wirklich alles glatt gelaufen", erzählt Daniela Königer.

Nach dem Wiegen und der notariellen Beglaubigung musste der riesen Cakepop dann noch losgebracht werden: 400 bis 500 Portionen Cakepop zusammen mit kleinen Cakepops und Keksen gingen für eine kleine Spende an die Messebesucher. "Bereits nach zwei Stunden waren die Kleinen weg. Die Besucher waren froh, denn auf der gesamten Messe gab es nichts zu essen", scherzt die leidenschaftliche Bäckerin.

1111 Euro kamen bei dem Verkauf auf der Messe zusammen. Königer und Blatt werden diese Summe an die Organisation "Shield & Help" spenden, die in Not geratene Familien unterstützen. "Die fahren direkt zu den Leuten hin und bringen ihnen Essensgutscheine oder Windeln", erzählt Königer.

Backen bleibt nur das Hobby

Auf die Frage, warum sie das alles macht, sagt die gebürtige Haßfurterin nur: "Backen macht einfach Spaß." Und das spürt man auch im Gespräch mit ihr: Leuchtende Augen, wenn sie über Fondant, Zuckerblumen und Teig fachsimpelt.

Plätzchen oder einfache Kuchen hat Daniela Königer schon immer gerne selbst gebacken. "Das habe ich von meiner Mama so mitbekommen."

Doch vor zwei Jahren kam dann die richtige Leidenschaft ins Spiel: "Mein Mann ist da 30 geworden und ich wollte für ihn eine besondere Motiv-Torte kaufen. Mir war bewusst, dass ich mit 100 Euro auf jeden Fall rechnen muss", erzählt sie.

Für ein Blech Sachertorte mit Fondant überzogen wollte die Bäckerin jedoch enorm mehr. "Das habe ich dann nicht eingesehen", sagt Königer. Es entstand ihre erste Motivtorte.

Nach und nach hat sie sich immer mehr selbst beigebracht: Zuckerblumen sowie Pfingstrosen aus Blütenpaste und Motiv-Torten sämtlicher Art.

Anträge bei Guinness dauern

Doch ihr Hobby zum Beruf machen will Daniela Königer nicht. "Ich bleibe lieber Elektrikerin", betont die 28-Jährige.

Jetzt heißt es jedoch erst einmal warten: Der Weltrekordversuch ist zwar notariell beglaubigt, ein Eintrag in das Guinness-Buch ist jedoch noch weit entfernt. "Anträge dauern da sechs bis zwölf Wochen", sagt Königer. Die notarielle Beglaubigung ist zugeschickt, nun muss Daniela Königer abwarten, was Guinness zur Aufnahme in das Rekord-Buch sagt. Wenn alles klappt, wird die Hobby- Bäckerin bald in diesem Buch auftauchen. Aber nur solange, bis sich jemand daran macht, den Weltrekord erneut zu knacken.