Das Erste, was Siegbert Mantel dazu sagte, war, dass dies alles "ohne eine Frau, die das mehr oder weniger erduldet, gar nicht gegangen wäre", seine Frau Gabriele und seine Kinder, die vielleicht nicht so viel von ihm gehabt haben, hob der Ebelsbacher dankbar hervor.

Mehr getan als das Übliche

Menschen, die nicht nur Dienst nach Vorschrift leisten, sondern in unzähligen kleinen, alltäglichen Dingen mehr tun, als sie unbedingt müssen, bereichern das Leben der Bürger im Landkreis Haßberge, wie die Pressesprecherin des Landratsamtes, Monika Göhr, mitteilt. Einer, der sich seit vielen Jahren mit Herzblut und Hingabe für das Gemeinwohl engagiert, ist ihren Worten nach Siegbert Mantel. "Es braucht viel Energie und Organisationstalent, um neben der alltäglichen Arbeit im Beruf und in der Familie in weiteren Lebensbereichen so aktiv zu sein", stellte Kerker in seiner Laudatio fest.

Siegbert Mantel war hauptberuflich Lehrer und von 1997 bis 2005 Rektor an der Grundschule Ebelsbach. Darüber hinaus engagierte er sich in Vereinen und im kommunalen Bereich. Außerdem ist er Initiator der mehrfach ausgezeichneten Eltmanner Schülerzeitung "Wallburg-Express".

In der Heimat überaus engagiert

13 Jahre lang stand er beim Sportverein Rapid Ebelsbach als Vorsitzender an vorderster Front. Unter seinem Vorsitz wurde das Sportzentrum gebaut - ein Projekt, bei dem sich der Sportverein damals mit einer beträchtlichen Eigenleistung von 250 000 DM eingebracht hat. Bei dieser Baumaßnahme war Siegbert Mantel aber nicht nur Organisator, sondern auch tatkräftiger Arbeiter. Unter seiner Regie wurden ferner die Vereinsgaststätte, die Tennisanlage und die Doppelbundeskegelbahn errichtet.

Durch seine Ausbildung als Lehrer verfügte Mantel über die nötigen Kenntnisse und erstellte eine Vereinschronik, die wohldurchdacht ist. Für sein überaus großes Engagement im Verein wurde Siegbert Mantel bereits zum Ehrenvorsitzenden des SV Rapid ernannt.

Ebenso engagiert sich Siegbert Mantel tatkräftig im heimatgeschichtlichen Arbeitskreis und ist dort Zweiter Vorsitzender. Sein vielseitiges Wissen, vor allem in der Heimatgeschichte, brachte er unter anderem bei der Erstellung der Chronik für die Gemeinde ein, die zum Anlass der 1200-Jahr-Feier von Ebelsbach erschienen ist. Hier war er Autor und Mitherausgeber zugleich. Mantel verfasst aber nicht nur heimatgeschichtliche Schriften, sondern er prägt durch seinen Einsatz auch das kulturelle Leben im Ort mit.

Sehr beliebt - nicht nur in der Bürgerschaft

"Sie genießen in Ebelsbach einen hervorragenden Ruf", hob Kerker hervor. Mantels Beliebtheit in der Bevölkerung komme vor allem dadurch zum Ausdruck, dass er von 1978 bis 1984 und seit 1990 bis Mai 2012 im Gemeinderat tätig war und sich auch weiterhin für die Belange der Bürger einsetzt.

Damit aber nicht genug. Bereits 1986 begann Siegbert Mantel damit, sich der Belange und Nöte von Schwerbehinderten anzunehmen. Er hatte folgende Ämter inne: Er war die örtliche Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen im Bereich des Staatlichen Schulamts Haßberge 1986 bis 2005; in dieser Zeit ebenfalls die Bezirksver trauensperson der schwerbehinderten Menschen im Geschäftsbereich der Regierung von Unterfranken (neben dem Bereich Schulen betreuen die Bezirksvertrauenspersonen auch das staatliche Personal bei den Landratsämtern, den Staatlichen Bauämtern und den Wasserwirtschaftsämtern).

Später, 2003 bis 2007, war Mantel Stellvertreter in der Hauptschwerbehindertenvertretung beim bayerischen Innenministerium d (die Regierungen sind als Bündelbehörden dem Innenministerium nachgeordnet, deshalb können Bezirksvertrauenspersonen in der Hauptschwerbehindertenvertretung tätig sein); 2003 bis 2005 war Mantel Stellvertreter in der Hauptschwerbehindertenvertretung beim bayerischen Kultusministerium, und er war 2005 bis Februar 2009 die Hauptvertrauensperson der schwerbehinderten Menschen im Geschäftsbereich des bayerischen Kultusministeriums.

Als Vorstandsmitglied und Schriftführer engagierte er sich in der AGSV Bayern (Arbeitsgemeinschaft der Schwer-behindertenvertretungen bei den Obersten Landesbehörden in Bayern) zwischen 2005 und 2009; hier arbeitete er auch mit im bayerischen AGSV-Redaktionsteam für die Internetseite www.agsv.bayern.de. Und Mantel wirkte außerdem in diesem Zeitraum mit in der Arbeitsgemeinschaft der Hauptschwerbehinderten-Vertretungen der Lehrer in den Bundesländern.

Ein Fürsprecher der Schwerbehinderten

Für viele schwerbehinderte Menschen war Siegbert Mantel in den 19 Jahren seines Wirkens ein Rettungsanker. Durch sein umfangreiches soziales Hintergrundwissen, seiner Fähigkeit, sich schnell in schwierige Sachverhalte hinein zu denken, durch seine tröstende Art und durch seine fachmännische Beratung - ob im medizinischen oder wirtschaftlichen Bereich war er immer ein dankbarer Ansprechpartner.

Mit dem Zitat von Erich Kästner "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", umschrieb Siegmund Kerker genau die Haltung, die Siegbert Mantel auszeichnet. Kerker bedankte sich bei dem Ebelsbacher für den selbstlosen Einsatz zum Wohl der Bürger und heftete dem 68-Jährigen die Verdienstmedaille des Verdienst ordens der Bundesrepublik Deutschland ans Revers.