Mit vier Vorstrafen gehört der Arbeitslose schon zu Wiltschkas Stammkunden. Vor allem Verkehrsdelikte brachten den 31-Jährigen und seine Clique in Ebern immer wieder mit der Justiz in Konflikt. Die letzte Vorstrafe fing er sich ein, weil er in einem Supermarkt ein Schnitzel klaute: für 2,60 Euro.

In die Kategorie "Jugendsünde" fällt allerdings der Vorfall nicht mehr, wegen dem der 31-Jährige am Freitag in Haßfurt vor Gericht stand. Er hatte in einem Streit in Ebern, bei dem es gar nicht um ihn selbst, sondern um einen Kumpel ging, dessen Kontrahenten mit dem Kopfstoß "ausgeknockt". Und zwar so heftig, dass das Nasenbein brach und der 25-Jährige bis heute, mehr als ein halbes Jahr nach dem Vorfall, unter Atemproblemen leidet. Er muss sich wohl weiteren Operationen unterziehen.

"Hut geplatzt"


Obwohl Alkohol im Spiel war und der 31-Jährige alles einräumte ("da ist mir der Hut geplatzt") und sich entschuldigte, war für Wiltschka mit dieser Tat die Grenze überschritten. "Das war extrem brutal mit unabsehbaren Folgen", sagte der Richter und riet dem Angeklagten mit Blick auf die Vorstrafen und den unsteten Lebenswandel, "endlich die Kurve zu kriegen".

Das wolle er auch, versicherte der Angeklagte. Er habe keinen Kontakt mehr nach Ebern und wohne jetzt vorübergehend bei seinen Eltern in Mittelfranken. Er werde eine Therapie machen, um etwas gegen seine Aggressionen zu tun, und suche nach einer Arbeit. "Ich krieg' das hin", versprach er und entschuldigte sich nochmals bei seinem Opfer. Der junge Mann trat als Nebenkläger vor Gericht auf.

Bewährungsstrafe


Zusammen mit dem Urteil wegen des Schnitzel-Diebstahls bildete Wiltschka auf Antrag von Oberstaatsanwalt Martin Dippold eine Gesamtstrafe: Wegen schwerer Körperverletzung wurde der 31-Jährige zu einer Haftstrafe von acht Monaten und zwei Wochen verurteilt. Er muss die Strafe nicht absitzen, sondern erhält drei Jahre Bewährung.

In dieser Zeit darf er nicht mehr straffällig werden. Er muss weiter 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und seinem Opfer 2000 Euro Schmerzensgeld in Raten zahlen. Das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig.