Die Fischbacher fordern von der Stadt Ebern Bauplätze auszuweisen, die auch erschlossen werden sollten. Ein Baugebiet ist schon seit dem Jahr 2000 ausgewiesen, aber nichts hat sich getan, war der Vorwurf bei einer Bürgerversammlung am Freitagabend in der alten Schule des Eberner Stadtteils.

Eingangs sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann, dass die Ortsteilvertreterin, Stadträtin Brunhilde Giegold die Zusammenkunft angeregt habe. Hinsichtlich des bestehenden Bebauungsplanes "Kleeberg" müsse man wohl realisieren, sagte der Bürgermeister, dass in diesem zu viele Bauplätze vorgesehen wären, was für Fischbach nicht realistisch sei. Brunhilde Giegold: "Wir Fischbacher haben kein Interesse, dass der bestehende Bebauungsplan aufgehoben wird, wir wollen ihn erhalten. Ja, 31 Bauplätze sind für uns wohl unrealistisch, aber wir halten am Bebauungsplan fest. Änderungen könnten vorgenommen werden", sagte die Stadträtin.

Das sah auch der Bürgermeister so: "Wir müssen den Plan wohl nochmals überplanen und uns Zufahrtmöglichkeiten für das Baugebiet überlegen." In diesem Zusammenhang wies Hennemann auch auf das Problem mit Hochwasser hin, was ja schon einmal für Aufsehen gesorgt habe. Insbesondere Hans Krell störte sich daran, dass sich das Ganze schon fast 20 Jahre hinziehe. "Nichts hat sich getan, Bauwerber, die im Jahr 2006 vorhanden waren, konnten ihre Ziele nicht verfolgen. Das wurde damals in die unterste Schublade gelegt. Die Stadt muss sich nun endlich mal die Mühe machen, Bauplätze zu kaufen und zu erschließen" forderte Krell. Dazu meinte der Bürgermeister, dass erst einmal die Bereitschaft zum Verkauf von Bauplätzen von den Eigentümern vorhanden sein müsse.

Er stimmte zu, dass die Stadt versuchen müsse, die Bauplätze in ihren Besitz zu bekommen. Hier ließ er einfließen, dass im Stadtgebiet Ebern 200 erschlossene Bauplätze vorhanden wären, aber Eigentümer nicht verkaufen würden. "Bauplätze werden wir künftig nur ausweisen, wenn wir auch Eigentümer sind", sagte Hennemann. Krell und auch Theo Sauerteig verwiesen auf die Nachbargemeinden Rentweinsdorf und Untermerzbach. "Da klappt das doch auch, warum nicht in Ebern?", so ihre Frage.

Die Vergangenheit wollte der Bürgermeister nicht bemühen. "Das war damals halt so, wie es war." Jedenfalls sei nun die Stadt bemüht, Bauplätze zu kaufen, um sie Bauwerbern anbieten zu können.

Plan soll abspecken

Hennemann schlug eine Umplanung des Bauplanes in Fischbach vor, um diesen auf ein erforderliches Maß zu reduzieren. Wie lange das dauere, vermochte er auf Frage von Hans Krell nicht zu sagen, das hänge von vielen Faktoren ab. "Eigentlich könnte man heute schon in Fischbach bauen", meinte er und sprach zwei Grundstücke an, bei denen es mit dem Verkauf Probleme gibt, weil Erbengemeinschaften mit reinspielten. Auch merkte Hennemann an, dass die Nachfrage das Handeln bestimme. "Je weiter Baugrundstücke von Ebern weg sind, je weniger sind Nachfragen vorhanden, das hat mit Schulen und Strukturen zu tun." Er bekannte sich dazu, auch die Strukturen in den Dörfern aufrecht erhalten und fördern zu wollen.

Private Interessen würden beim Kauf von Grundstücken immer vorgehen, sagte Hennemann. Auch Brunhilde Giegold machte noch mal deutlich, dass in Fischbach Interesse an Baugrundstücken bestehe. "Es ist ganz wichtig, dieses Bauinteresse konkret der Stadt gegenüber zu bekräftigen, dann kann die Stadt überlegen und sich bemühen etwas auf die Beine zu stellen, was bis 2020 möglich sein sollte."

Theo Sauerteig zog ein Resümee: "Das Baugebiet bleibt bestehen, wird eventuell reduziert und die Grundstücke müssen baureif gemacht werden. Die Interessenten, junge Familien, wollen Planungssicherheit." Stadtrat Thomas Limpert (FWE) wies noch darauf hin, dass die Stadt bei vielen Projekten, so auch im Baubereich bei der Erschließung, in Vorleistung gehen müsse. Deshalb wäre es schon gut zu wissen, welche Interessenten mit konkreten Vorstellungen da sind.

Innennutzung geht vor

Bürgermeister Jürgen Hennemann ging auf das Förderprogramm der bayerischen Staatsregierung ein, wobei sich die Stadt sich schwerpunktmäßig auf "Innen- statt Außenwirkung" beziehen wolle. Für solche Maßnahmen könnte mit Zuschüssen von 80 bis 90 Prozent gerechnet werden. Um in den Genuss der Fördermaßnahmen zu kommen, sei es erforderlich, dass man Baumaßnahmen innerhalb der Ortschaften umsetze und sich nicht auf neue Baugebiete konzentriere. "Das wollen wir in der Stadt Ebern nutzen, wie der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen hat", sagte das Stadtoberhaupt. Allerdings schließe es nicht aus, dass bei nachgewiesenem Bedarf auch "außerhalb" Flächen vorhanden sind. Aber Ziel sollte es sein, um in den Genuss der Förderung zu kommen, dass Lücken und Leerstände innerhalb der Bebauung zugeführt werden. "Das hat auch den Vorteil, dass diese Grundstücke schon erschlossen sind", erläuterte Hennemann, und deshalb sofort gebaut werden könnte. Förderungen hierzu gebe es auch für private Maßnahmen, sagte Hennemann auf eine entsprechende Frage.

Ideen für den Friedhof

Ein weiteres Thema war der Friedhof in Fischbach. "Sie wissen im Stadtrat wird über einen Waldfriedhof diskutiert. Dazu sollte man wissen, dass wir 15 städtische Friedhöfe haben, wo unser Ziel ist, künftig gewünschte Bestattungsformen anzubieten", so der Bürgermeister. Der Trend ginge eindeutig hin zu pflegeleichten Grabstätten. Es sei auch schon mal für den Friedhof in Fischbach ein Konzept erstellt worden. "Wir wollen, dass wir unsere derzeitigen Friedhöfe erhalten. Welcher Ort würde auch gerne seinen Friedhof auflassen", sagte Hennemann. Allerdings müsse man mit den Friedhöfen auch mit der Zeit gehen, diese den Erfordernissen anpassen.

Neue Ideen, die es hierzu in Fischbach gibt, erläuterte Brunhilde Giegold. Nach ihren Ausführungen ist daran gedacht ,vor der Hecke unterhalb der Wasserstelle Urnengräber anzulegen. "So zehn meinen wir, könnten entstehen, was für Fischbach ausreichen sollte." Auch eine Baumbestattung sei gewünscht, wo 15 Bestattungen um einen Baum herum möglich wären.

Das Leichenhaus sei renovierungsbedürftig und vor allem der Sockel habe Bedarf ausgebessert zu werden. "Das müsste unserer Meinung nach leicht zu realisieren sein", sagte die örtliche Stadträtin. Die Wasserstelle im Friedhof sei zu überdenken und es sollte eventuell eine Sandsteinstele mit einem Wasserhahn geschaffen werden, sowie eine zweite Schöpfstelle, um Wege, vor allem für ältere Menschen, beim Gießen der Gräber kürzer zu halten. "Ich glaube, das ist mit wenigen finanziellen Mitteln umzusetzen und wir Fischbacher möchten am liebsten schon morgen damit anfangen", sagte Giegold. Eigenleistung sagte sie zu.

Auch die großen Bäume am Angerweg gehörten weg. Eine Versammlungsteilnehmerin bat, auch andere Bäume mit in die Überlegungen einzubeziehen. Ein weiterer Teilnehmer sieht Gefahr durch dürre Äste in den Kronen. Die Ideen wird der Bürgermeister im Bauausschuss einbringen.

Hennemann sprach das Ärgernis Radweg in Höhe Fischbach an, wo unbelehrbare Zeitgenossen die B 279 überqueren, statt die sichere Umleitung unter der B 279 hindurch zu nehmen. Bedauernswert sei in diesem Zusammenhang, dass die Abplankungen schon mehrmals beschädigt waren. Deshalb habe man nun dort Quader durch den Bauhof hinbringen lassen. "Ich möchte nicht erleben, dass es auf der B 279 zu einem folgenschweren Unfall kommt, nur weil einer den sicheren Umweg nicht machen wollte", sagte Hennemann. Er appellierte an die Vorbildfunktion und bat den Umweg, der ja nur etwa 300 Meter betrage, zu nehmen. Angesprochen wurde auch, dass der Verlauf des Radweges Höhe Fischbach besser gekennzeichnet werden sollte, eventuell mit einer Markierung auf dem Weg, weile viele ortsfremde Radler in Fischbach "umherirren" würden.

Die Feuerwehr in Fischbach zählt 28 Aktive, wie Kommandant Christoph Krause anmerkte. Allerdings habe sie nicht einmal ein Fahrzeug mit Blaulicht und so Probleme bei Verkehrsabsicherungen. Er wünschte sich ein Transportfahrzeug für neun Personen mit Blaulicht. Auch sei im Feuerwehrgerätehaus nicht Platz für die Ausstattung der Wehrleute. Die meisten müssten ihre Sachen mit nach Hause nehmen. Und am Feuerwehrhaus selber sollten auch einige Verbesserungen vorgenommen werden, meinte Krause. Der Bürgermeister will sich das mit dem Bauausschuss ansehen.

Bemängelt wurde ein "Ahornwald", der sich durch Anflug selber im Lauf der Jahre gebildet hat. Wem die Fläche gehört, war in der Versammlung nicht zu klären. Teilweise reichen Äste in den Verkehrsraum hinein.