In den 80er Jahren als Schülerin bekam sie ihre erste Kamera, mit der sie knipsen konnte. Erst später, in den 90er Jahren, wurde die Fotografie ihr richtiges Hobby. "Zuerst fotografierte ich meine Kinder und Landschaften. Später hab' ich auch angefangen, einzelne Blüten zu fotografieren und diese dann digital zu verfremden", erzählt die Ebernerin.

Für Austauschschüler


Die Idee mit den Postkarten und Postern kam ihr, als sie mal wieder Austauschschüler ihrer Kindern zu Besuch hatte. "Da braucht man natürlich ein Gastgeschenk. Möglichst etwas, das typisch für Ebern ist", weiß Andrea Meister, "Allerdings gibt's da nicht gerade viel und da kam mir diese Idee. Die Poster und Karten sollten eine Ergänzung zum Wenigen sein."
Postkarten von Ebern gab's da noch nicht und sie sind ein schönes Geschenk. Zudem wollte sie etwas, "das Ebern gut nach außen repräsentieren kann", so die Hobbyfotografin.

Klein und fein statt 08/15


Sie wollte die Postkarten aber nicht wie viele andere mit einem einzigen , großen Motiv gestalten, sondern etwas ganz besonders machen. "Ich wollte die kleinen und feinen Details von Ebern verewigen und keine 08/15-Postkarte machen", stellt Andrea Meister klar.
Diese Feinheiten sind so unscheinbar und in der Stadt versteckt, dass sogar schon einmal ein Eberner bei ihr nachfragte, wo sich denn genau die ganzen Fenster und Türen, die auf einer Postkarte zu sehen sind, befinden? "Er hat sich die Postkarte gekauft und hat versucht, die einzelnen Fenster zu finden, hat es allerdings nicht geschafft", grinst die gelernte Bürokauffrau.
Woher sie diesen speziellen Blick fürs Detail hat, kann sie gar nicht sagen: "Keine Ahnung. Das kommt alles intuitiv. Ich seh's einfach", lacht die 50-Jährige. Mit diesem misteriösen Blick fürs Detail spaziert sie also aufmerksam durchs Städtchen und fotografiert munter drauf los.
Und wenn sie ihre Kamera mal nicht dabei hat, und etwas entdeckt, ärgert sie sich: "Wenn ich dann am nächsten Tag nochmal vorbeikomme, ist es nicht wie am Tag zuvor. Das bereu' ich dann richtig."

Ebern ist ihr Lieblingsmotiv


Am liebsten lichtet sie die Stadt Ebern ab, denn sie wohnt hier total gerne, fühlt sich wohl und heimelig. "Ebern ist sehr lebens- und liebenswert. Und es wird 'ne Menge geboten", schwärmt die Fotografin. Besonders schön findet sie die Badgasse. "Die hat etwas südländisches an sich. Einen ganz speziellen Reiz eben. Und das gefällt mir gut", sagt Andrea Meister enthusiastisch.
Sie spielt aber allerdings auch mit dem Gedanken, auch für andere Städte solche Postkarten zu gestalten.
Ihr neustes Projekt ist jetzt aber erst einmal ein Buch - ein Friedhofsführer -, an dem sie zusammen mit einem befreundeten Historiker arbeitet. "Ziel des Buches ist es, eine Übersicht über die historische Entwicklung der Friedhöfe bis hin zur heutigen Situation zu bieten", erklärt Meister. Ihr Bekannter kümmert sich dabei um die Geschichte, und sie ist für die Fotos verantwortlich. Als besondere Beispiele dieses Projektes nennt sie "den Friedhof mit Fachwerklauben in Rügheim oder das Mausoleum in Ziegelsdorf ."