Gut 350 Babys haben 2015 im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken das Licht der Welt erblickt. Ein großer Tag für die Eltern. Aber auch einer, der mit Schmerzen verbunden ist. Jeder Vater, der bei der Entbindung seiner Kinder dabei war, hat erlebt, was Mütter während der Wehen leisten. "Der Geburtsschmerz ist gilt als besonders intensiv", erklärt Michael Rohrbach. Der Chefarzt der Anästhesie am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken befasst sich in seinem Vortrag mit dem wohl wirksamsten Verfahren zur Bekämpfung des Geburtsschmerz, der Katheter-Epiduralanalgesie. Landläufig "Rückenmarks-Spitze".


Katheder zwischen zwei Lendenwirbel

Dabei wird im unteren Rückenbereich ein Katheter zwischen zwei Lendenwirbeln gelegt, über den ein Schmerzmittel direkt in den Wirbelkanal injiziert wird.
Die Schmerzen werden "weitestgehend ausgeschaltet", wie der Chefarzt erläutert. Da es sich aber um eine lokale Betäubung handelt, erlebt die Mutter die Geburt bei vollem Bewusstsein mit. Die Dosis wird zudem so gewählt, dass Beine und Bauchmuskulatur aktiviert werden können, was für das Pressen während der Wehen wichtig ist.

"Wenn eine Schmerztherapie während der Geburt nötig sein sollte, ist das der Königsweg", erklärt Rohrbach. "Die Geburt verläuft dann schonender." Sowohl für die Mütter als auch - und das ist aus Sicht des Chefarztes ein eminent wichtiger Faktor - für das Neugeborene.

"Die Vorteile lassen sich wissenschaftlich nachweisen."
Dennoch hält der erfahrene Mediziner nichts davon, die Katheter-Epiduralanalgesie zum Standard zu machen, also bei jeder Frau im Kreißsaal über den Rückenmarkskanal Schmerzmittel zu spritzen. "Das wäre überflüssig, da es immer wieder Frauen gibt, die bei der Geburt auch komplett ohne Schmerzmittel auskommen." Auf knapp zehn Prozent würde er den Anteil beziffern. In Haßfurt entscheidet sich etwa jede fünfte werdende Mutter während der Geburt für die Katheter-Epiduralanalgesie.


Weder Luxus noch Notwendigkeit, aber auch einfach nutzbar

Zwei Zahlen, die die Beantwortung der Frage, ob es sich bei dieser Methode um einen Luxus oder eine Notwendigkeit handelt, für Rohrbach klar machen: Kein Luxus und auch keine Notwendigkeit.

Mit dem Vortrag am Montag, 18. Januar, ab 19.30 Uhr im Ärztehaus 1 wird der Reigen der Gesundheitsvorträge, die die Haßberg-Kliniken seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Haßberge anbieten, fortgesetzt.

"Die Resonanz ist noch immer hervorragend. Das Angebot wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen", freut sich Stephan Kolck, Vorstand des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken. Anmeldungen zum Vortrag sind unter Telefonnummer 09521/94200 oder www.vhs-hassberge.de nötig. red