"Es wird gscheit heiß" versprach Hermann Freiherr von Rotenhan bei der Eröffnung der Kunstwiese, die während des Gartenfestes im Schloss Eyrichshof für besondere Hingucker sorgte. Das Gartenfest dauert noch bis Pfingstmontag.

Künstler, allesamt aus Unterfranken verwandelten den "Gemüsegarten", was diese Wiese eigentlich ist, wie Freiherr von Rotenhan erklärte, in eine imposante Ausstellungsfläche, die Besucher aus ganz Nordbayern anlockte und begeisterte.

Die Bildhauer Sören Ernst und Steff Bauer, die sowohl in Schweinfurt als auch in Portugal zu Hause sind, zeigten Skulpturen aus portugiesischem Kalkstein, Mosaik, und Marmor. Gerhard Nerowski aus Königsberg bearbeitete hauptsächlich Holz und Matthias Engert aus Würzburg stellte beeindruckende Werke aus Stahl auf der Kunstwiese aus. Letzterer lernte sein Handwerk u.a. an der Akademie für Design in Ebern, bevor er Kunst studierte. Vier- bis fünfstellige Beträge muss man ausgeben, um eines der Werke zu erwerben.

Kuratiert wurde die Ausstellung zum zweiten Mal von Egon Stumpf der die "Galerie im Saal" in Knetzgau betreibt. Stumpf legt Wert darauf, Künstler aus der Region zu präsentieren "Es gibt hier so viele hervorragende Künstler, dass man die nächsten 10 Jahre füllen könnte", schwärmte er.

Bei der Eröffnung der Kunstwiese war auch Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Landrat Wilhelm Schneider (CSU) anwesend. Hennemann lobte das Gartenfest und bedankte sich bei von Rotenhan für die Initiative durch die eine Bereicherung für die Stadt Ebern und vor allem für den Burgenwinkel erreicht wird. "Dieses historische Erbe ist für den Tourismus wichtig. Das Fest macht unsere Heimat weit über die Region bekannt".

Auch Landrat Schneider ist sehr dankbar, dass es so ein Fest gibt, welches die Region und den Landkreis Haßberge positiv bekannt gemacht hat: "Man sieht es an den Autokennzeichen, woher die Leute kommen."
Zum Schluss der kleinen Eröffnungsansprache ermunterte Stumpf das Publikum: "Nehmen Sie sich Zeit für die Kunst und schauen Sei sich diese intensiv an. Das Erlebnis wird umso schöner sein."

Erlebnisreich waren aber auch die anderen zahlreichen Ausstellungen, Verkaufsstände und Attraktionen. Diverse Pflanzen von Gemüsepflanze über Rosen bis zu fleischfressenden Pflanzen, kulinarische Köstlichkeiten wie Likeure, Käse, Tee, Honig, Kunsthandwerk, Dekoration für Garten und Wohnung, Mode, Accessoires, Kosmetik und viele weitere Waren bildeten ein buntes und lebhaftes Angebot vor historischer Kulisse. Viele Besucher genossen die große Vielfalt und die gefüllten Einkaufstüten bewiesen, dass die Waren gerne angenommen wurden. Auffällig viele Strohhüte erblickte man auf den Köpfen der Besucher und so verwunderte es nicht, dass diese Kopfbedeckung im Schlosshof auch von verschiedenen Anbietern erworben werden konnte.

Handwerk hautnah erleben konnte man, wenn man z.B. Hubert Waldhier beim "Bierfilzdrucken" mit seinen historischen Werkzeugen zuschaute, oder Gosbert Stark, der Texte mit Kalligraphie kunstvoll gestaltete.
In der Schlossschmiede zeigte Ulf Erdmann sein Können. Der kräftige Mann aus Zeil nutzt die historische Schmiede nicht zur am Gartenfest. "Ich schmiede alles was sich mit Hammer und Amboss herstellen lässt" erklärte er. Werkzeuge, Kerzenständer, Messer, Skulpturen u.v.m. gehört zu seinem Repertoire, das er in dem alten Gemäuer herstellt.

Ein Stand an dem viel glitzert, schimmert und glänzt, ist der von Dirk Volkmer. Der Designer für Glas und Spiegel aus Schwindegg, der schon seit vielen Jahren beim Gartenfest mit dabei ist fertigt u.a. Windspiele aus Edelstahl. Er lobt vor allem die Organisation durch Frau Engelmann: "Sie wählt die Aussteller sehr sorgfältig aus und kümmert sich um alles. Die Plätze sind optimal vorbereitet, ob bei gutem Wetter oder nach starkem Regen, die Kommunikation ist immer sehr positiv und der Empfang mit Kaffee und Kuchen ist sehr herzlich. Das ist nicht selbstverständlich. Den weiten Anfahrtsweg nimmt man da gerne in Kauf".

So denken nicht nur die Aussteller und Künstler. Die märchenhafte Kulisse, unterschiedlichsten Stände, das umfangreiche kulinarische Angebot und in diesem Jahr v.a. auch das traumhafte Sommerwetter lockten wieder tausende Besucher aus Nah und Fern nach Schloss Eyrichshof.