60 Jahre alt und erstaunlich jung geblieben! So könnte man den Obst- und Gartenbauverein Neubrunn in seinem Jubiläumsjahr beschreiben. Am Sonntag feiert der Verein sein 60-jähriges Bestehen mit der Ehrung von Gründungsmitgliedern aber auch dem Blick auf die neue Kindergruppe, die den Bogen in eine rosige Zukunft spannen soll.

Eigentlich hatte man schon einmal im Jahre 1934 den Versuch unternommen, einen Verein zu gründen. Dies scheiterte aber daran, dass sich keine Vorstandschaft fand. Die offizielle Vereinsgründung erfolgte im Jahre 1952, als 26 junge Männer in der Gastwirtschaft Morgenroth unter der Leitung des damaligen Kreisfachberaters von Beulwitz den Verein gründeten. Alois Kandler wurde zum Vorsitzenden gewählt. Die Gründungsmitgleider Ludwig Reinwand und Adolf Schneiderbanger halten dem Verein bis heute die Treue.


Schnelles Wachstum



Der Verein wuchs schnell und hatte schon ein Jahr nach seiner Gründung 44 Mitglieder. Für sie wurden zuerst vor allem Baumschnitt- und Veredelungskurse abgehalten und bis 1958 pflanzte man über 1100 neue Bäume sowie 500 verpflanzte Rosen- und Beerensträucher. Unter dem Motto "zum Segen und Wohle unserer Heimatgemeinde" setzte man sich außerdem für den Schutz der Vögel und Bienen sowie für die Dorfverschönerung ein.
Später sorgte der Verein für die Pflege von öffentlichen Anlagen wie Kriegergedächtnisstätte, aber auch Holz- und Steinkreuzen.Die erste interne Blumenschmuckprämierung fand im Jahre 1970 statt und Neubrunn erhielt für die Dorfverschönerung in den Jahren 1972 bis 1976 Urkunden und Geldpreise.

Nach 28-jähriger Vorstandstätigkeit wurde Alois Kandler zum Ehrenvorsitzenden ernannt und Leo Derra übernahm 1980 die Führungsrolle beim Obst- und Gartenbauverein. Mit einem Straßenfest und der Einweihung des renovierten Kreuzes am Zeiler Weg feierte der Verein 1982 sein 30-Jähriges.


Immer wieder Akzente gesetzt



Immer wieder setzte der Verein auch in den folgenden Jahren Akzente mit einem Feldkreuz am Eltmanner Weg oder mit der Aufstellung des Gossbrunnen oder des Andreas-Marterls. Auch gesellschaftliche Veranstaltungen wie Theaterfahrten, Ausflüge, Bastelabende, Vorträge sind von den Mitgliedern gut angenommen worden. Das Schmücken des Osterbrunnens, die Teilnahme am Faschingszug oder die Wallfahrt im Mai zählen neben anderen Veranstaltungen zu den ständigen Aktivitäten des Vereins. Seit der Grenzöffnung pflegt man freundschaftliche Bande zum Obst- und Gartenbauverein Neubrunn/Thüringen.

Die letzten zehn Jahre ging es aber im Verein fast Schlag auf Schlag und Neubrunn bewarb sich immer wieder für die Ausrichtung von größeren Festen auf Landkreisebene. Dies begann im Jahre 2006 mit dem großen Erntedankfest unter der Schirmherrschaft von Bischof Friedhelm Hofmann.

Die Bemühungen um die Dorfverschönerung wurden im Jahre 2008 mit der Auszeichnung zum Kreissieger beim Wettbewerb "unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" belohnt und ein Jahr später erreichte man den zweiten Platz auf Bezirksebene. 2010 war Neubrunn Schauplatz des "Tags der offenen Gartentür". Tausende von Besuchern suchten das Dorf und die Gärten auf und feierten mit den Neubrunnern.


Hoffnungsvoller Nachwuchs



Dass das Dorf und der Verein wirklich an die Zukunft denken, bewies 2011 die Gründung der Kindergruppe "schlaue Füchse", der gleich 24 Buben und Mädchen beitraten. Sowohl der Kreisverband als auch die Gartenbau-Ortsverbände setzen nämlich seit einiger Zeit auf noch stärkere Nachwuchsförderung und starten regelmäßige "Kinder-Aktionen", an denen sich der Obst- und Gartenbauverein Neubrunn immer wieder beteiligt. Mit dieser jungen Nachwuchsgruppe hat der Verein heute 131 Mitglieder.

Bemerkenswert ist, dass bei den Gartenfreunden bisher nur zwei Vorstände an der Spitze standen. Von 1952 bis 1980 war dies Alois Kandler und von 1980 bis 2012 (also 32 Jahre!) Leo Derra, der den Verein zu dieser Blüte führte. Erst im Vorfeld der Vorbereitungen zu diesem Jubiläum gab er im März seinen Vorstandsposten an Irene Hüttner und damit in jüngere Hände ab. Derra ist jetzt stellvertretender Vorsitzender.


Das Festprogramm


9.30 Uhr: Kirchenparade mit Fahnenabordnungen
10 Uhr: Festgottesdienst in der Kirche
11.30 Uhr: Festbetrieb und Mittagessen (Heilig-Länder-Halle)
14 bis 16 Uhr: Programm für Kinder
15.30 Uhr: Festveranstaltung mit Ehrungen und anschließendem Festbetrieb