Wenn das Jahr schon halb vergangen ist, so hat Pfarrweisach jetzt doch seinen Haushalt für 2017 - einstimmig genehmigt bei der Ratssitzung am Donnerstag.

Kämmerer Horst Junge von der Verwaltungsgemeinschaft Ebern und Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) stellten das Zahlenwerk vor. Im Verwaltungshaushalt schließt der Haushalt mit 2 476 437 Euro ab und im Vermögenshaushalt mit 909 718 Euro. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen zur Finanzierung von Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen wird auf 366 599 Euro, der Kassenkredit zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben auf höchstens 280 000 Euro festgesetzt.


Kaum Spielraum

Die Finanzlage der Gemeinde ist nach den Worten Junges "sehr angespannt", der Spielraum für freiwillige Aufgaben sehr gering. Die Haupteinnahmen erhält die Gemeinde aus der Einkommensteuer (651 750 Euro) und den Schlüsselzuweisungen (635 420 Euro). Die Gewerbesteuer generiert 70 000 Euro, die Grundsteuer 110 000 Euro.

An Ausgaben fallen für die Kreisumlage 553 868 Euro an und für die VG-Umlage 232 330 Euro. Die Personalkosten betragen 620 080 Euro. Im Vermögenshaushalt schlägt die Sanierung des Rathauses mit 389 000 Euro besonders zu Buch, mit 210 000 Euro aber auch gut bezuschusst.
Das wichtigste Kriterium zur Beurteilung der Finanzlage ist die freie Finanzspanne. Hatte diese im vergangenen Jahr noch bei minus 77 000 Euro gelegen, so ist sie im Jahr zwar wieder positiv, jedoch mit 4691 Euro sehr gering. Somit ist die Gemeinde zumindest wieder in der Lage, die Tilgung von Krediten aus den laufenden Einnahmen zu tragen. Zum Jahresende ist mit einem Schulden von 1 045 653 Euro zu rechnen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 703 Euro entspricht, 73 Euro über dem Landesdurchschnitt.

Aufgrund der knappen Finanzausstattung bleibt der Spielraum für Investitionen in den nächsten Jahren eingeschränkt. Angedacht sind Beschaffungen für die Feuerwehren und für den Bauhof, die Sanierung der Grundschule, Städtebauförderungsmaßnahmen in Kraisdorf, die Gemeindeverbindungsstraße zur B 303, Investitionen im Abwasserbereich, der Breitbandausbau und Sanierungsarbeiten an der alten Schule in Junkersdorf.


Erste Pläne

Für die Gemeindeverbindungsstraße von Pfarrweisach über Lohr und Römmelsdorf zur B 303 war vor kurzem denkbar knapp (6 zu 5 Stimmen) eine Sanierung beschlossen worden. Jetzt wurden bei drei Gegenstimmen die Ingenieursleistungen in Höhe von 41 500 Euro an das Büro SRP Schneider und Partner (Zeil) vergeben. Es sollen für die auszubauende Gesamtlänge von 3,8 Kilometer erste Planungen erstellt und Kosten ermittelt werden, mit denen man mögliche Förderungen sowie Bauausführungen abklären kann. Zuvor waren noch einmal unterschiedliche Auffassungen zur Notwendigkeit der Maßnahme deutlich geworden, von "unverantwortlich" angesichts der hohen Verschuldung der Gemeinde (Markus Oppelt), bis zu "unbedingt notwendig" (Bürgermeister Ralf Nowak).

Da einer solchen Baumaßnahme aber erst eine Analyse der Eingriffe in die Natur vorgeschaltet werden muss, wurde das Fachbüro für Landschaftspflege Barbara Lauterbach (Sonnefeld) mit einer artenschutzrechtlichen Prüfung sowie einer faunistischen Untersuchung beauftragt, was 6090 Euro kostet.


Gemeinde baut um

Einen Bauantrag der Gemeinde Pfarrweisach hatte das Ratsgremium zu beraten, nämlich die Nutzungsänderung der ehemaligen Feuerwehrfahrzeughalle in einen Jugend- und Mehrzweckraum mit Einbau einer WC-Anlage sowie die energetische Sanierung des Rathausgebäudes. Der Bürgermeister stellte dir Planungen vor, die ein Abtragen des Schlauchturmes bis auf Traufhöhe sowie Änderungen an den Fassadenöffnungen vorsehen. In den bis vor kurzem von der Raiffeisenbank genutzten Räumen im Erdgeschoss werden das Bürgermeisterzimmer, die Musikschule und ein Besprechungsraum untergebracht, im Obergeschoss Archivräume und das Trauungszimmer.